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Landkreis Marburg-Biedenkopf

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf liegt im Regierungsbezirk Gießen in Mittelhessen. Er ist geprägt durch eine Mittelgebirgslandschaft mit großen Wäldern und der Lahn, die den Kreis von Westen nach Südosten durchzieht.

Zentrum des Landkreises und deren einziges Oberzentrum ist die Universitätsstadt Marburg mit etwa 80.000 Einwohnern. Weitere wichtige Städte (Mittelzentren) sind die ehemalige Kreisstadt Biedenkopf und Gladenbach, die beide im den Westen des Kreises einnehmenden hessischen Hinterland liegen, sowie Kirchhain und der Wirtschaftsstandort Stadtallendorf im Ostkreis.

Der Landkreis liegt im Westen des Regierungsbezirks Gießen und grenzt im Norden an den nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg, im Nordosten an den Schwalm-Eder-Kreis, im Osten, Süden und Südwesten an die mittelhessischen Landkreise Vogelsbergkreis, Landkreis Gießen und Lahn-Dill-Kreis sowie im Westen an den nordrhein-westfälischen Kreis Siegen-Wittgenstein. Kreisstadt ist das Oberzentrum Marburg.

Das Kreisgebiet ist in seiner größten West-Ost-Ausdehnung etwa 76 Kilometer breit, in Nord-Süd-Richtung etwa 36 Kilometer.

Höchster Berg ist mit 674 m die Sackpfeife im äußersten (Nord-)Westen bei Biedenkopf. Höchster Punkt ist dabei die Spitze des 210 m hohen Funkmastes des Senders Biedenkopf, was addiert mit der Höhenlage des Standortes eine Höhe von 868 m ergibt.

Niedrigster Punkt mit etwa 168 m ist die Lahnaue zwischen Fronhausen und Sichertshausen im Süden des Kreises an der Grenze zum Landkreis Gießen.

Die Fläche des Landkreises lässt sich folgendermaßen aufgliedern. 14,3 % oder 17.996 ha sind Siedlungs- und Verkehrsflächen, 55.489 ha oder 43,9 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt. Die Waldfläche beträgt 51.582 ha oder 40,9 %, 1.189 ha oder 0,9 % sind mit Wasser bedeckt.

Das Kreisgebiet liegt an der Nahtstelle dreier Mittelgebirgs-Großlandschaften. Eine in Nord-Süd-Richtung verlaufende Talsenke, die sich vom Norden des Landkreises über die Wetschaft-Senke (Münchhausen, Wetter, Lahntal) zieht, nach dem Überqueren des Lahn-Oberlaufes in die Elnhausen-Michelbacher Senke (westliche Marburger Ortsteile) übergeht und schließlich im Süden des Kreisgebietes (Weimar und Fronhausen) das Gießener Becken und damit wieder das Tal der Lahn trifft und darin seine Verlängerung findet, trennt die Ausläufer des Rheinischen Schiefergebirges im Westen von den Landschaften des Westhessisches Berg- und Senkenlandes (Haupteinheitengruppe 34) im Osten.

Das Obere Lahntal westlich Sterzhausens wiederum teilt in Ost-West-Richtung die Rheinischen Schiefergebirgs-Ausläufer in die des Rothaargebirges (Haupteinheitengruppe 33 - Süderbergland) im Nordwesten und die des (naturräumlichen) Westerwaldes (32) im Westen und Südwesten des Kreisgebietes.

Die bis 674 m hohen Ausläufer des Rothaargebirges (Sackpfeife nebst Vorhöhen) nehmen im Nordwesten nur kleinere Teile des Landkreises ein.

Das naturräumlich zum Westerwald gezählte, im Landkreis bis 578 m hohe Gladenbacher Bergland nimmt dem gegenüber fast die gesamte westliche Hälfte des Kreises ein. Während der Nordosten vom Kuppenland der Damshäuser Kuppen um den 498 m hohen Rimberg geprägt ist, wird der Westen vom (knapp jenseits der Kreisgrenze) an der Angelburg bis 609 m hohen Plateau der Bottenhorner Hochflächen dominiert, das nach Norden in den Breidenbacher Grund allmählich zum Lahntal hin abflacht und nach Süden in den etwas weniger hohen Zollbuche-Höhenzug (bis 487 m) übergeht. Das letztgenannte Teilgebirge wird nach Osten hin umrahmt vom reliefarmen Hügelland des Salzbödetals, das nach Osten bis an die Lahn reicht.

In der zum Westhessischen Bergland gezählten Osthälfte des Landkreises werden in den größtenteils aus Buntsandstein bestehenden Rücken nur Höhen von um 400 m bei einer Reliefenergie von etwa 200 m erreicht. Hierzu gehören neben den das Lahntal begrenzenden Höhenzügen von Marburger Rücken und Lahnbergen auch der Burgwald im Norden, die Oberhessische Schwelle mit dem Neustädter Sattel im Osten und das basalthaltige Lumda-Plateau im Süden.

Alle genannten Höhenzüge (bis auf den Marburger Rücken) rahmen im Uhrzeigersinn die große und gänzlich unbewaldete Talsenke des Amöneburger Beckens mit dem markanten Basaltkegel der Amöneburg als einziger nennenswerter Erhebung ein.

Die als Ausflugsziele und Aussichtspunkte wichtigsten Berge des Landkreises sind die 674 m hohe Sackpfeife in den Rothaargebirgs-Ausläufern nördlich von Biedenkopf, der 498 m hohe Rimberg im Kuppenland nahe Dautphetal-Damshausen, die 538,7 m hohe Scheid (1 km östlich von Bottenhorn), das zur Zollbuche (Naturraum) zählende 498 m hohe Schönscheid südwestlich von Bad Endbach, die 454 m hohe Koppe an der östlichen Zollbuche bei Gladenbach-Erdhausen, der 387 m hohe Christenberg und Burg Mellnau im westlichen Burgwald unweit Wetters, der 380 m hohe Burgholz nördlich Kirchhains an der Oberhessischen Schwelle, die 365 m hohe, im Amöneburger Becken singuläre Amöneburg sowie der 380 m hohe Ortenberg mit dem Spiegelslustturm und der 370 m hohe Frauenberg auf den Lahnbergen nah Marburg.

Von den vielen Gewässern des Landkreises ist die Lahn mit einer Gesamtlänge von 242 km das mit Abstand größte Gewässer. Sie durchfließt den Kreis von Westen her bis etwa zur Mitte des Kreisgebietes, um sich bei Marburg nach Süden zu wenden und bei Sichertshausen das Kreisgebiet zu verlassen. Fast alle weiteren Gewässer fließen in die Lahn und gehören damit zum Rheineinzugsgebiet.

Eine Ausnahme bildet der durch den Neustädter Sattel abgetrennte nordöstlichste Teil. Der Neustädter Sattel gehört zur Rhein-Weser-Wasserscheide, weswegen die jenseits befindlichen Orte des Landkreises - welches genau die Ortsteile von Neustadt sind - zum Wesereinzugsgebiet gehören. Einziger erwähnenswerter Fluss ist hierbei die Wiera, die von links in die Schwalm, dem wichtigsten Nebenfluss der Eder, mündet.

Im Nordwesten des Kreisgebietes in der Nähe der Sackpfeife bildet die Wasserscheide zur Eder genau die Kreisgrenze, im Norden an der Wetschaft-Senke verläuft die Wasserscheide grenznah, jedoch ausschließlich jenseitig. Im Westen verläuft die Kreisgrenze entlang der Wasserscheide zwischen Lahn und Dill und damit größtenteils der historischen Grenze zwischen dem ehemaligen Herzogtum Nassau und dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt folgend.

Die Jahresmittel der Niederschläge betragen im Raum Marburg etwa 600-700 mm, im gebirgigeren Westteil des Landkreises 850-1000 mm.

Im Rahmen der hessischen Kreisreform wurden zum 1. Juli 1974 die beiden Landkreise Marburg und Biedenkopf zusammen mit der kreisfreien Stadt Marburg zum neuen „Landkreis Marburg-Biedenkopf“ verschmolzen. Die Gemeinden Roth und Simmersbach aus dem Altkreis Biedenkopf wurden dabei in die Gemeinde Eschenburg im Lahn-Dill-Kreis ausgegliedert. Die Großgemeinde Bischoffen wechselte ebenfalls in den Lahn-Dill-Kreis. Die Gemeinde Braunstein (Nordeck und Winnen) wurde Teil der Stadt Allendorf (Lumda) im Landkreis Gießen. (Aus der Gemeinde Schiffelbach im Altkreis Marburg war bereits am 1. Januar 1974 ein Stadtteil von Gemünden (Wohra) im Landkreis Waldeck-Frankenberg geworden.) Die Stadt Marburg wurde dabei eine der sieben Sonderstatusstädte in Hessen.

Mit der Zusammenlegung wurden zwei 350 Jahre getrennte Verwaltungs-Gebiete wieder vereinigt, die aus historischer Sicht zusammengehören. Auch naturräumlich sind der ehemaligen Landkreis Marburg und der Landkreis Biedenkopf als zusammengehörig anzusehen.

Der Raum Marburg-Biedenkopf war ehemals die trachtenreichste Region Deutschlands(z.B. Hinterländer Trachten, Marburger Trachten).

Das heutige Kreisgebiet gehörte im Laufe der Geschichte überwiegend zur Landgrafschaft Hessen, einige Gebiete auch zum erzbischöflichen Kurfürstentum Mainz. Bei der hessischen Landesteilung kam der Raum Marburg zu Hessen-Kassel, das sog. Hinterland (die Ämter Battenberg, Blankenstein, Biedenkopf, Hatzfeld und Vöhl) zu Hessen-Darmstadt. Das kurmainzische Amöneburg kam erst 1803 zu Hessen-Kassel.

1821 bildete das Kurfürstentum Hessen-Kassel die Landkreise Marburg und Kirchhain. Im Großherzogtum Hessen (Darmstadt) entstanden die Landratsbezirke Battenberg (mit Biedenkopf) und Gladenbach, welche 1832 zum Landkreis Biedenkopf vereinigt wurden. Im Jahr 1866 annektierte Preußen das Kurfürstentum Hessen und das Herzogtum Nassau, die es zur Provinz Hessen-Nassau zusammenschloss. Gleichzeitig erhielt Preußen vom Großherzogtum Hessen den Landkreis Biedenkopf, so dass alle drei Landkreise Bestandteil der Provinz Hessen-Nassau wurden. 1929 schied die Stadt Marburg aus dem Landkreis Marburg aus und wurde kreisfrei. Drei Jahre später, 1932, wurde der Kreis Kirchhain mit dem Kreis Marburg vereinigt, ferner wurde der Kreis Biedenkopf neu gegliedert. Er verlor rund 40% seines Gebietes an den Kreis Wetzlar, der gleichzeitig von der Rheinprovinz in die Provinz Hessen-Nassau umgegliedert wurde, und an den Landkreis Frankenberg.

Zur Verwaltung des Landkreises ist in Marburg-Cappel das Landratsamt als Behörde eingerichtet. Daneben sind in der ehemaligen Kreisstadt Biedenkopf und in Stadtallendorf Außenstellen des Landkreises eingerichtet. Das Landratsamt nimmt zum einen kommunale Aufgaben, aber auch Aufgaben als untere staatliche Verwaltungsbehörde wahr.

Der Kreisausschuss ist das Selbstverwaltungsorgan des Landkreises. Er bereitet außerdem Beschlüsse für den Kreistag vor und bildet Kommissionen zur Erledigung bestimmter Aufgaben. Der Kreisausschuss besteht aus 15 ehrenamtlichen Kreisbeigeordneten, die aus der Mitte des Kreistages gewählt werden, sowie zwei hauptamtlichen Mitgliedern. Dies sind der Landrat und der Erste Kreisbeigeordnete. Während der Erste Kreisbeigeordnete ebenfalls durch den Kreistag gewählt wird, wird der Landrat direkt von den im Kreisgebiet ansässigen Bürgern gewählt.

Dem Landrat und dem Ersten Kreisbeigeordneten ist jeweils ein Dezernat zugeteilt. Diese bestehen aus verschiedenen Fachbereichen, Stabsstellen, Eigenbetrieben und Zweckverbänden.

Wappen

Blasonierung:

In Blau der golden gekrönte und bewehrte, zehnmal von Silber und Rot geteilte hessische Löwe, der in seinen Pranken einen silbernen Schild mit durchgehendem schwarzem Kreuz hält (Wappen-Verleihung 1930 und neu am 11. Juli 1975).

Bedeutung:

Der hessische Löwe steht für die Landgrafschaft Hessen bzw. deren Nachfolgestaaten, zu denen das überwiegende Kreisgebiet gehörte. Das Kreuz steht für den Deutschen Ritterorden, der in Marburg eine bedeutende Niederlassung hatte und dem zahlreiche Ländereien gehörten.

Die älteste noch bestehende Glaubensgemeinschaft im Landkreis ist die Römisch-Katholische Kirche. Durch iro-schottische Mönche im siebenten und durch Bonifatius und seine Schüler zu Beginn des achten Jahrhunderts kam der christliche Glaube in den östlichen Teil des heutigen Landkreis durch die Kirchen bei Amöneburg. Im westlichen Teil war eine Taufkapelle in Breidenbach, die bereits in der bonifatischen Zeit bestanden haben soll, Ausgangspunkt für die Christianisierung. In der Folge entstanden viele Kirchen und Klöster, aus denen sich oft kleine Ortschaften entwickelten. Nach der Reformation 1524 wurde von Landgraf Philipp ein Bekenntniswechsel gefordert, wodurch das Gebiet fast ausnahmslos evangelisch-lutherisch geprägt wurde. Lediglich ein Teil des Ostkreises, neben dem heutigen Dekanat Amöneburg auch drei der vier Marburger Stadtteile jenseits der Lahnberge, als vorreformatorisch zum Erzbistum Mainz zugehörig, ist stark katholisch geprägt. Historisch gehört auch die Enklave Katzenberg hierzu, die bis 1866 dem Landkreis Kirchhain angehörte und inzwischen in der Gemeinde Antrifttal im benachbarten Vogelsbergkreis aufgegangen ist.

Juden wurden auf dem Gebiet des heutigen Landkreises 1273 erstmals in Amöneburg erwähnt. Während der Pestjahre um 1350 sowie nach Ausweisungsverfügungen 1524 und 1662 wurden viele Juden gezwungen, das Gebiet zu verlassen oder einen Bekenntniswechsel vorzunehmen. Bis vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten lebten etwa 1400 Juden im Gebiet des heutigen Landkreises. Nach 1933 sank die Zahl der Juden im Landkreis durch Wegzug, Emigration und Deportation gegen null. Nachdem kurz nach dem Ende des 2. Weltkrieges zeitweise wieder etwa 250 Juden im heutigen Kreisgebiet lebten, sank die Zahl in den 1970er Jahr auf 20, und stieg seither wieder an auf etwa 100 Mitglieder in der Jüdischen Gemeinde Marburg.

Der weitaus größte Teil der Bevölkerung im Landkreis ist heute evangelisch geprägt. Die beiden größten Gruppen innerhalb wiederum sind die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck mit den Kirchenkreisen Kirchhain, Marburg-Land und Marburg-Stadt im Sprengel Waldeck und Marburg und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau mit den Dekanaten Biedenkopf und Gladenbach in der Propstei Nord-Nassau. Die Evangelische Kirche gibt es im Kreis bereits seit ihren Anfängen, da Landgraf Philipp nach der Homberger Synode 1526 den protestantischen Glauben in der Landgrafschaft einführte.

Der Raum Marburg-Biedenkopf war ehemals die trachtenreichste Region Deutschlands. Insbesondere die Frauentrachten weisen eine große Vielfalt auf. Im Kreis wird unterschieden zwischen den Hinterländer Trachten und den Marburger Trachten. Nachdem die Männertrachten bereits ab Mitte des 19. Jahrhunderts aus der Mode kamen, war das Tragen von Frauentrachten ab der Zeit des Nationalsozialismus für Schüler verpönt und teilweise auch untersagt. So verringerte sich die Zahl stetig. Heute sind insbesondere in den Dörfern noch vereinzelt ältere Frauen mit Trachten anzutreffen. Zur Trachtenpflege gibt es im Landkreis einige Trachten- und Trachtentanzvereine.

In einigen Orten werden so genannte „Grenzgangsfeste“ gefeiert. Die großen Grenzgangsfeste im Landkreis finden jeweils alle sieben Jahre in den Orten Biedenkopf, Buchenau, Goßfelden und Wetter statt. Diese Feste gehen auf die Abschreitung der Gemarkungsgrenzen im späten Mittelalter zurück.

Partnerschaften

Huntingdonshire District (Großbritannien)

Diese Partnerschaft besteht offiziell seit Juli 1977; die Grundlagen wurden jedoch bereits in 1949 gelegt, als der damalige Kreisjugendpfleger einen Jugendaustausch organisierte.

Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin
Kreis Kościerski in Polen (seit Oktober 2000)

Weiterhin bestehen freundschaftliche Kontakte mit den deutschen Landkreisen
Wartburgkreis (Thüringen),
Rendsburg-Eckernförde (Schleswig-Holstein)
Delitzsch (Sachsen)

sowie der italienischen Gemeinde

Lüsen in Südtirol

Die wirtschaftlichen Schwerpunkte des Landkreises liegen in Marburg, wo besonders der Dienstleistungsbereich durch die Philipps-Universität und die Nachfolgefirmen des einstigen Pharmaunternehmens Behringwerke vertreten ist, in Stadtallendorf, wo neben der Eisengießerei Winter mit Ferrero der größte Arbeitgeber des Kreises beheimatet ist sowie im westlichen Teil des Kreises in den Gemeinden Biedenkopf, Breidenbach und Dautphetal, die zusammen als gewerblicher Schwerpunkt ausgewiesen sind. Dort und in Gladenbach-Erdhausen lassen sich einige traditionsreiche und weltbekannte Modell- und Formenbaufabriken finden. Die Gemeinden Bad Endbach, Gladenbach und Lohra betreiben zusammen einen interkommunalen Gewerbepark (siehe Hauptartikel Lahn-Dill-Gebiet).

Der Landkreis weist außerdem eine vergleichsweise niedrige Arbeitslosigkeitsrate auf.

Das Gesamtgebiet des Landkreises wird von keiner Bundesautobahn durchquert. Aus Nordosten führt nach dem Ende der A49 bei Borken (Hessen) (Schwalm-Eder-Kreis) die B3 in das Kreisgebiet, die ab Marburg in Richtung Süden meist zweispurig ausgebaut über den Gießener Ring (A 485) Anschluss an die A45 (Köln, Dortmund oder Frankfurt am Main) und A5 Richtung Frankfurt bietet. In südwestliche Richtung bietet ebenfalls die B3 Anschluss an die B255 nach Koblenz und die B49 nach Limburg. Südöstlich führt die B62 von der A5 ab Abfahrt Alsfeld (Vogelsbergkreis) in den Kreis hinein und nordwestlich ebenfalls in Richtung A45 hinaus.

Wichtige und zum Teil kontrovers diskutierte Verkehrsplanungen und -probleme betreffen vor allem den Weiterbau der A49, der Lückenschluss der A4 zwischen Siegen und dem Hattenbacher Dreieck sowie den Bau von Umgehungsstraßen entlang der B62 im relativ engen Lahntal und der B 252.

Die wichtigste Eisenbahnverbindung des Landkreises ist die Strecke der Main-Weser-Bahn Frankfurt - Gießen - Kassel mit IC-Halt allein in Marburg. Regionalexpress-Züge auf der Strecke Frankfurt - Kassel halten in Marburg, Kirchhain, Stadtallendorf und Neustadt. Eingleisige Nebenstrecken verbinden Marburg einerseits mit Frankenberg (die so genannte Burgwaldbahn) sowie andererseits mit Erndtebrück (Kreis Siegen-Wittgenstein, Nordrhein-Westfalen) über die Obere Lahntalbahn. Von 1905 bis 1972 betrieb der Kreis Marburg eine eigene Eisenbahnstrecke vom Bahnhof Marburg-Süd in den Ebsdorfergrund nach Dreihausen (Marburger Kreisbahn).

Der Nahverkehr wird vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) in Kooperation mit dem Regionalen Nahverkehrsverband (RNV) Marburg-Biedenkopf organisiert. Den Zuschlag für die im Landkreis erstmals verteilten Linienbündel der Buslinien erhielt für den Bereich „LMR-Nordwest“ die Verkehrsgesellschaft Mittelhessen. Die beiden Linienbündel „LMR-Nordost“ und „LMR-West“ wurden im Jahr 2006 vergeben.

Der internationale Flughafen Frankfurt am Main liegt etwa eine Autostunde entfernt, Zugverbindungen benötigen mit Umsteigen Frankfurt (Main) Hauptbahnhof ungefähr eine Stunde und zwanzig Minuten.

Ein kleiner Flugplatz befindet sich im Cölber Ortsteil Schönstadt, ein Sonderlandeplatz im Bad Endbacher Ortsteil Bottenhorn.

Aufgrund der hervorgehobenen Stellung des Oberzentrums Marburg ist der Mittelzentrumsbereich Marburg, der sich, von der Gemeinde Lohra abgesehen, vollständig mit dem Altkreis Marburg in seiner Zusammensetzung bis 1932 deckt, sehr weitreichend auf die Universitätsstadt ausgerichtet, wobei lediglich die Stadt Wetter im Norden eine bedingt komplette Infrastruktur aufweist.

Zwar verfügen Wetter, Ebsdorfergrund (in Heskem) und Weimar (in Niederwalgern) über größere Gesamtschulen, jedoch müssen diese ohne gymnasiale Oberstufe auskommen, d.h. das Abitur selber ist nur in der Kreisstadt möglich, die auch über drei relativ große Berufsschulen mit jeweiligem Fächerschwerpunkt verfügt.

Im Ostkreis teilen sich die ehemalige Kreisstadt Kirchhain und die mittlerweile einwohnerstärkere Industriestadt Stadtallendorf als Mittelzentren teilweise die Aufgaben. Während Kirchhain u.a. Sitz der weiterführenden Schulen ist (die Stadt verfügt sowohl über eine Berufsschule als auch über eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe), besitzt Stadtallendorf eine Außenstelle des Landratsamtes. Beide Städte sind als Einkaufsstädte jeweils relativ eigenständig, ergänzen sich jedoch in spezielleren Angeboten. Wie Stadtallendorf verfügt auch Neustadt über eine Gesamtschule ohne gymnasiale Oberstufe; in der sonstigen Infrastruktur ist die Stadt zwar halbwegs eigenständig, jedoch schwächer ausgestattet als die beiden Mittelzentren. Alle übrigen Städte und Gemeinden des Ostkreises weisen eher dörflichen Charakter auf, wobei Amöneburg allerdings über ein privates Gymnasium verfügt.

Der Westen des Landkreises (Hessisches Hinterland) ist größtenteils auf die ehemalige Kreisstadt Biedenkopf als Mittelzentrum ausgerichtet, wobei jedoch speziell Dautphetal und Breidenbach durchaus über die Infrastrukturen von mittleren Kleinstädten verfügen. Biedenkopf verfügt u.a. über ein Gymnasium, eine Berufsschule und eine Außenstelle des Landratsamtes.

Im Süden des Hinterlandes stellt Gladenbach, nicht zuletzt aufgrund seiner räumlichen Abgeschiedenheit, das zweite Mittelzentrum dar. Es ist deutlich weniger von Industrie geprägt, beherbergt indes die Kneipp-Heilbäder Gladenbach und Bad Endbach. Die Gladenbacher Gesamtschule stellt die einzige Schule im Hinterland außerhalb Biedenkopfs dar, die die Möglichkeit für einen höheren Abschluss bietet.

Alles in allem bleibt das Einzugsgebiet Gladenbachs jedoch beschränkt, während Biedenkopf z.T. auch (Neben-)Zentrumsfunktionen für den Nordkreis (Lahntal, Wetter), angrenzende Gemeinden des Lahn-Dill-Kreises (Dietzhölztal, Eschenburg) und des Landkreises Waldeck-Frankenberg (Hatzfeld und z.T. Battenberg) sowie, in Funktionsteilung mit dem benachbarten Laasphe, auch für den Südosten des Kreises Siegen-Wittgenstein (NRW) ausübt.


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