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Geschichte des Hochtaunuskreises

Der Hochtaunuskreis ist ein Landkreis im Regierungsbezirk Darmstadt, Hessen, Kreisstadt ist Bad Homburg vor der Höhe. Benachbart sind der Lahn-Dill-Kreis, der Wetteraukreis, die kreisfreie Stadt Frankfurt am Main, der Main-Taunus-Kreis, der Rheingau-Taunus-Kreis und der Landkreis Limburg-Weilburg.

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Der Hochtaunuskreis liegt fast vollständig im Taunus, während sein Vorland mit den „Taunusrandstädten“ Bad Homburg vor der Höhe, Oberursel (Taunus), Friedrichsdorf, Kronberg im Taunus und Königstein im Taunus im Süden in die Oberrheinische Tiefebene und im Osten in die Wetterau übergeht. Die höchste Erhebung ist der Große Feldberg (881 Meter), die tiefste Stelle des Kreises befindet sich bei Ober-Erlenbach (130 Meter). Der Hochtaunuskreis wird gerne in Vorder- und Hintertaunus unterteilt, wobei der Vordertaunus der Frankfurt zugewandten Seite entspricht (vor der Höhe) und der Hintertaunus, welcher gerne als Frankfurter Naherholungsgebiet genutzt wird, sich auf der anderen Seite des Taunushauptkamms befindet.

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Das heutige Kreisgebiet gehörte im Mittelalter zu verschiedenen Herrschaften, zu Kurmainz, den Herren von Kronberg oder zu Eppstein. Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte der südliche Teil zur Landgrafschaft Hessen-Homburg, der nördliche Teil zum Fürstentum, später Herzogtum Nassau. Nach dem Deutschen Krieg von 1866 entstanden aus Hessen-Homburg und dem nassauischen Amt Königstein der Obertaunuskreis (Sitz Bad Homburg) und im Hintertaunus der Landkreis Usingen (1. April 1886). Beide gehörten zur preußischen Provinz Hessen-Nassau.

1919 wurde der französisch besetzte Teil des Obertaunuskreises – das ehemals nassauische „Amt Königstein“ – abgetrennt und als „Hilfskreis Königstein“ eingerichtet. Erst am 1. Oktober 1928 – nach dem Abzug der französischen Besatzungstruppen – kehrte er zum Obertaunuskreis zurück.

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Aufgrund der preußischen Sparverordnungen wurde am 1. August 1932 der Kreis Usingen aufgelöst. Teile des Kreises fielen an die benachbarten Landkreise Wetzlar, Oberlahn und Untertaunus, der Löwenanteil jedoch an den Obertaunuskreis. Schon ein Jahr später (1. Oktober 1933) wurde auf Betreiben der örtlichen Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) der Landkreis Usingen wieder hergestellt. Auf Dauer waren die beiden flächenkleinsten Kreise Hessens nicht zu halten und wurden im Rahmen der Kreisreform mit Wirkung vom 1. August 1972 zum neuen Hochtaunuskreis vereinigt.

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Der Hochtaunuskreis ist im Jahr 1986 eine Partnerschaft mit dem israelischen Distrikt Gilboa eingegangen.

Wappen
Blasonierung: „In Blau ein gespaltener steigender Löwe, vorne von vier silbernen Eisenhüten bestreut, goldbewehrt und neunmal von Silber und Rot geteilt, hinten von vier goldenen Kleeblättern bestreut, rotbewehrt und golden.“

Wappenerklärung: Das Kreiswappen ist eine Kombination der Wappen des Obertaunuskreises und des Kreises Usingen. Die vordere Hälfte entspricht dem hessischen Löwen und steht für die ehemalige Landgrafschaft Hessen-Homburg, die hintere Hälfte des Löwen weist mit der goldenen Tingierung auf das Herzogtum Nassau hin. Die vier Eisenhüte vorne erinnern an die Herren von Kronberg, die vier Kleeblätter hinten sind dem Wappen der Stadt Usingen entnommen. Damit werden die früheren Herrschaften des Kreisgebietes versinnbildlicht. Das Wappen wurde am 12. Juli 1974 genehmigt.

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Die Kreisstadt Bad Homburg vor der Höhe ist ein international bekannter Kurort. In Bad Homburg ist mit Fresenius Medical Care AG & Co. KGaA ein DAX-30-Unternehmen angesiedelt. Des Weiteren befindet sich ein MDAX-Unternehmen mit der Altana AG in Bad Homburg. Als weitere bekannte Unternehmen mit Sitz im Hochtaunuskreis sind die Milupa GmbH, die Alte Leipziger Versicherung, die Avis Autovermietung GmbH & Co. KG sowie die Thomas Cook Group zu nennen. Auch haben im Hochtaunuskreis die Gillette Group (mit Braun und Oral-B), Jaguar Deutschland GmbH (alles Kronberg im Taunus), Fidelity Investments Deutschland, die Canton Elektronik GmbH & Co. KG und Accenture Deutschland ihre weltweiten Hauptsitze.

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Der Hochtaunuskreis besitzt die höchste Kaufkraft (das durchschnittlich zur freien Verfügung stehende Pro-Kopf-Einkommen beträgt über 27.500 Euro im Jahr) der Bundesrepublik, viele Wohlhabende (wie Banker aus dem benachbarten Frankfurt am Main) haben in und um Bad Homburg ihr Heim gefunden. Das gesamte Kreisgebiet weist sehr hohe Bodenpreise auf und zeichnet sich durch ein allgemein sehr hohes Mietniveau aus. Bundesweit auf Platz zwei folgt der bayerische Landkreis Starnberg und den dritten Platz belegt der benachbarte Main-Taunus-Kreis, in dem vor allem Bad Soden am Taunus als teure Lage gilt.

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Das Gebiet des heutigen Hochtaunuskreises liegt abseits der großen Achsen des Fernbahnnetzes, die von Frankfurt ausgehen. Der Südhang des Taunusgebirges, dessen Städte und Dörfer als Bäder und Kurorte, aber auch als bevorzugte Wohngebiete schon vor einhundert Jahren ebenso beliebt waren wie heute, wurde daher von Frankfurt aus durch mehrere Bahngesellschaften mit oft nur kurzen Stichbahnen erschlossen.

Die Homburger Eisenbahn-Gesellschaft eröffnete ihre Strecke am 10. September 1860, die in Frankfurt vom Main-Weser-Bahnhof ausging. Obwohl sie den kurhessischen Ort Bockenheim umfuhr, brauchte sie für ihre Trasse über Rödelheim–Oberursel nach Homburg vor der Höhe, der damaligen Residenz einer kleinen Landgrafschaft und heutigen Kreisstadt des Hochtaunuskreises, die Konzession von vier souveränen Staaten.

In Rödelheim zweigte ab 1. November 1874 eine Stichstrecke der Cronberger Eisenbahn-Gesellschaft zu dem malerischen Taunusstädtchen Kronberg ab. Dessen Nachbarstadt Königstein im Taunus wurde ab 24. Februar 1902 durch die Kleinbahn AG Höchst–Königstein erschlossen, die heute ein Teil der Hessischen Landesbahn GmbH (HLB) ist. Inzwischen beginnen die Züge aller drei Bahnen im Zentrum Frankfurts.

Zusätzlich verband ab Mai 1910 die Frankfurter Lokalbahn AG Bad Homburg und Oberursel-Hohemark durch zwei elektrische Vorortbahnen mit der Großstadt, die heute Teil des Frankfurter U-Bahn-Netzes sind. Schon seit 1899 gab es in Homburg vor der Höhe eine elektrische Straßenbahn, die bis 1935 auch eine Linie zum Römerkastell Saalburg betrieb.

Das strahlenförmig von Frankfurt ausgehende Schienennetz im Vordertaunus wurde 1895 über den Taunushauptkamm hinaus verlängert durch die Bahnlinie Homburg–Friedrichsdorf–Usingen, die 1909 über Grävenwiesbach mit der Strecke nach Weilburg an der Lahn verbunden wurde. Seit 1912 führte von Grävenwiesbach auch noch eine Zweigbahn durch das Solmstal nach Wetzlar. Diese ist die Grundlage der heutigen kommunalen Taunusbahn, die heute allerdings schon in Brandoberndorf im Lahn-Dill-Kreis endet.

Von Friedrichsdorf gibt es seit dem 15. Juli 1901 eine Verbindung zur Main-Weser-Bahn nach Friedberg (Hessen) (Bahnstrecke Friedberg-Friedrichsdorf), die im Zuge der Bäderbahn Berlin–Bad Nauheim–Bad Homburg–Wiesbaden jahrelang auch von Schnellzügen befahren wurde.

Dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf der Schiene dienen heute die S-Bahn-Linien S4 (Frankfurt–Kronberg) und S5 (Frankfurt–Bad Homburg–Friedrichsdorf), sowie die von der Hessischen Landesbahn GmbH betriebenen Strecken Frankfurt–Königstein (Königsteiner Bahn, RMV-Linie 12) und Bad Homburg–Usingen–Grävenwiesbach–Brandoberndorf (Taunusbahn, RMV-Linie 15). Als RMV-Linie 16 wird die Strecke von Friedrichsdorf nach Friedberg betrieben.

An das Frankfurter U-Bahn-Netz angeschlossen sind die Städte Bad Homburg (Linie U2, Endstation Bad Homburg-Gonzenheim) und Oberursel (Linie U3, Oberursel-Hohemark).

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 5 (Frankfurt–Hattenbacher Dreieck (Ende der Bundesautobahn 5)) und die 661 (Darmstadt–Oberursel). Ferner erschließen mehrere Bundesstraßen und Kreisstraßen das Kreisgebiet, darunter die Bundesstraße 275, 455 und die 456. Die Ferienstraße Hochtaunusstraße verbindet – zwischen Bad Homburg und Bad Camberg – die Sehenswürdigkeiten des Kreises für die Touristen.

Der Hochtaunuskreis betreibt mit den Hochtaunus-Kliniken Krankenhäuser in Bad Homburg und Usingen.


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