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Geschichte des Landkreises Euskirchen

Der Kreis Euskirchen ist ein Kreis im äußersten Südwesten von Nordrhein-Westfalen. Er grenzt im Westen an Belgien und an den Kreis Aachen, im Norden an den Kreis Düren und an den Rhein-Erft-Kreis, im Osten an den Rhein-Sieg-Kreis und an den rheinland-pfälzischen Landkreis Ahrweiler sowie im Süden an den ebenfalls rheinland-pfälzischen Landkreis Vulkaneifel.

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Der Kreis ist unter dem Namen „Landkreis Lechenich“ 1816 eingerichtet worden und gehörte zum Regierungsbezirk Köln in der preußischen Rheinprovinz.

1827 wurde er in „Landkreis Euskirchen“ umbenannt. 1932 kam u.a. Bad Münstereifel aus dem Landkreis Rheinbach hinzu.

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1972 kamen mit der Eingliederung des Regierungsbezirks Aachen nach Köln die übrigen Städte und Gemeinden aus dem aufgelösten Kreis Schleiden hinzu.

1975 wurde die Stadt Erftstadt (entstanden aus u.a. Lechenich und Liblar) in den Erftkreis (heute Rhein-Erft-Kreis) ausgegliedert.

Der Regierungspräsident Köln hat am 31. Oktober 1973 dem Kreis Euskirchen das folgende Wappen genehmigt:

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Geviert; in Feld 1 in Rot drei zwei zu eins gestellte goldene (gelbe) Rosen; in Feld 2 in Gold (Gelb) ein rot bewehrter und bezungter schwarzer Löwe; in Feld 3 in Silber (Weiß) ein durchgehendes schwarzes (kurkölnisches Balkenkreuz; in Feld 4 in Rot ein dreizackiger goldener (gelber) Zickzackbalken.

Der Kreis führt Dienstsiegel mit dem Kreiswappen. Sie zeigen in der Umschrift oben „Kreis“ und unten „Euskirchen“. Im Siegelrund das Kreiswappen im Schilde: Geviert: rechts oben in Schwarz drei, 2 : 1 gestellte, weiße Rosen; links oben in Weiß ein schwarzer Löwe; rechts unten in Weiß ein durchgehendes Balkenkreuz; links unten in Schwarz ein dreizackiger weißer Zickzackbalken.

 

Der Kreis führt ein Banner. Es ist Rot-Gold (Gelb) im Verhältnis 1 : 1 längsgestreift, mit dem Wappenschild im quadratischen silbernen (weißen) Bannerhaupt.

 

Die Erschließung mit Bahnlinien begann 1864, als die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft eine Strecke von Düren zur Kreisstadt Euskirchen eröffnete. Von hier wurde die Trasse zwischen 1865 und 1870 weiter in die Eifel hineingeführt, während die direkte Verbindung von Köln her erst 1875 fertiggestellt war.

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Die Preußische Staatsbahn erbaute vom Knoten Euskirchen ferner Bahnen nach Bonn (1880) und Bad Münstereifel (1890). Außerdem gingen von der "Eifelstrecke" noch folgende Zweigbahnen ab:

1884: Kall - Hellenthal
1912: Jünkerath - Losheim - Weyertz und
1912/13: Blankenheim Wald - Ahrdorf - Dümpelfeld mit Anschluß Ahrdorf - Lissendorf

Die Euskirchener Kreisbahnen erschlossen 1895 einige abseits der Hauptlinien gelegene Gegenden durch die Schmalspurbahnen Euskirchen - Mülheim-Wichterich - Liblar und Mülheim-Wichterich - Zülpich - Satzvey - Arloff.

 

In Zülpich Stadt bestand seit 1909/11 Anschluß an die Strecke Düren - Zülpich - Embken der Dürener Kreisbahn.

Die Eisenbahnen umfassten nun ein Netz von 214 km Länge. Davon sind für den Personenverkehr nur 84 km übrig geblieben, nachdem zahlreiche Strecken stillgelegt wurden.

Die Sagenwelt des Kreises Euskirchen ist bevölkert von zahlreichen Werwölfen und Werwölfinnen, u. a. eine Erinnerung an die zahlreichen Wolfsrudel, die bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts das Gebiet zwischen Eifel und Erft heimsuchten.

 

Im westlichen Teil des Kreisgebietes insbesonders gegenüber der Grenze nach Belgien befinden sich bedeutende Ruinen und erhaltene Anlagen des ehemaligen Westwalles.

Der Kreis Euskirchen setzt sich aus elf Gemeinden zusammen. Fünf führen den Titel „Stadt“. Von diesen fünf sind die zwei Städte Euskirchen und Mechernich Mittlere kreisangehörige Städte, da ihre Einwohnerzahlen jeweils zwischen 25.000 und 60.000 liegen.

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Der Westwall (bei den Alliierten auch unter dem Namen Siegfried-Linie bekannt) war ein über ca. 630 km verteiltes Verteidigungssystem, das aus über 18.000 Bunkern, Stollen sowie zahllosen Gräben und Panzersperren bestand. Er verlief von Kleve (an der niederländischen Grenze) in Richtung Süden, entlang der Westgrenze des ehemaligen Deutschen Reiches, bis nach Weil am Rhein (an der Schweizer Grenze).

Adolf Hitler ließ die Anlage, die eher von propagandistischem als strategischem Wert war, ab 1936 planen und zwischen 1938 und 1940 errichten. Zuvor hatte das Deutsche Reich unter den Nationalsozialisten im Jahr 1936 entgegen den Auflagen aus dem Vertrag von Versailles die durch die Folgen des Ersten Weltkriegs von Deutschland demilitarisierten Gebiete beiderseits des Rheins wieder besetzt.

 

Vermutlich kam der Begriff Westwall ab Ende des Jahres 1938 mehr und mehr in Gebrauch, ohne dass zunächst die nationalsozialistische Propaganda den Begriff in besonderem Maße benutzte. Er stammt wahrscheinlich aus dem Kreis der am Bau beteiligten Arbeiter. Im zweiten Halbjahr 1938 wurden noch Begriffe wie „Schutzwall“, „Todt-Linie“ oder „Limes-Programm“ verwendet, Militärkreise wollten Namen wie „Führer-Linie“ oder „Hitler-Linie“ populär machen.

 

Der Name Westwall tauchte wahrscheinlich zum ersten Mal am 19. November 1938 in einem Artikel der „NSZ-Rheinfront“ auf, der den „Männern vom Westwall“ gewidmet war. Hitler gebrauchte den Namen erstmals öffentlich während seiner Besichtigungsreise zu den Westbefestigungen vom 14. bis zum 19. Mai 1939. Ab Mitte 1939 war der Name allgemein bekannt, denn Hitler erließ am 20. Mai 1939 einen Tagesbefehl an die Soldaten und Arbeiter des Westwalls. Der offizielle Sprachgebrauch orientierte sich zuvor mehr an den nachfolgend beschriebenen Programmen, wobei mit dem Limes-Programm ein Deckname gewählt wurde, der an den ehemaligen römischen Grenzwall in Germanien erinnern sollte.

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Die Entwicklung des Westwalls war keinesfalls homogen und wurde durch die politische Führung stark beeinflusst. Die heutige Sicht wird stark geprägt durch die Standardwerke von Groß (1982) und Bettinger & Büren (1990). Während Groß als einer der ersten dieses Thema wissenschaftlich aufarbeitete und die Entwicklung für Nordrhein-Westfalen beschrieb, waren Bettinger & Büren zehn Jahre später in der Lage, Erkenntnisse über den gesamten Bereich des Westwalls zu veröffentlichen.

Groß unterscheidet folgende Entwicklungsschritte:

Grenzwacht-Programm (Pionier-Programm) für die vordersten Stellungen aus dem Jahre 1938,
Limes-Programm, ebenfalls aus dem Jahre 1938,
Aachen-Saar-Programm aus dem darauf folgenden Jahr 1939,
Die Geldern-Stellung Brüggen-Kleve von 1939 und 1940,
Luftverteidigungszone West 1938

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Bettinger & Büren stellten diese Entwicklungen in einen breiteren Kontext:

1936: Nach der Wiederbesetzung des Rheinlandes wurden meistens vereinzelt und verstreut Bunker gebaut:
Zwischen Mosel und Rhein an wichtigen Straßen, Saarbrücken oder als Vorbereitung zum Bau späterer Stellungen.

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Am Oberrhein werden die wichtigsten Übergangsstellen brückenkopfartig mit Bunkern versehen.
Zudem werden die Übergänge vom Oberrheingraben in den Tälern des Schwarzwaldes mit jeweils kleinen Stützpunkten inklusive Bunker versehen.
Die einzige richtige Stellung mit Bunkern entsteht südlich von Karlsruhe mit dem Ettlinger Riegel.

1937: Die Planungen für die Befestigungssysteme Befestigungen zwischen Mosel und Rhein und die Befestigungen am Oberrhein sehen die Implementierung von drei Befestigungskonzepten vor. Befestigungslinien im Festungsausbau soll unter anderem die historischen Einfallspforten durch das Rheintal westlich Karlsruhe (die sogenannte Weißenburger Senke) und durch das Moseltal bei Trier schließen, aber um diese zu bauen, würden noch Jahre gebraucht werden.

Dazwischen werden Befestigungslinien in Stellungsausbau angefangen. Vorgelagerte Befestigungslinien im Sperrausbau entlang der Saar und grenznah in der Pfalz sind nur zum vorübergehenden Schutz der dahinter zu bauenden Stellungen gedacht, die mit Absicht etwas weiter abgesetzt von der Grenze geplant werden.

1938: Ein drittes Befestigungssystem, die Befestigungen Niederrhein und Eifel soll die Kette mit Befestigungsanlagen bis in Höhe der Nordgrenze Belgiens an der niederländischen Grenze verlängern. Groß (1982) nannte diesen Entwicklungsschritt Pionierbauprogramm 1938.

Ab Mai 1938 fanden die ursprünglichen Planungen eine drastische Veränderung, die nur noch den Bau von Befestigungslinien im Stellungsausbau unter dem Namen Limesprogramm vorsahen. Zudem wurden die verwendeten Bunkertypen - Regelbauten genannt - vereinfacht, damit sie von der jetzt einzuschaltenden Organisation Todt schneller gebaut werden konnten. Grund für die Veränderung und Beschleunigung war die Teilmobilmachung der Tschechoslowakei als Reaktion auf die aggressive deutsche Außenpolitik und das Risiko, dass Frankreich in einem militärischen Konflikt mit der Tschechoslowakei eingreifen würde.

Parallel dazu baute die Luftwaffe die LVZ-West hinter dem Westwall zwischen Mosel und Rhein eine Kette von Flugabwehrstellungen mit eigenen Bunkern zur Bodenabwehr.

Ab Oktober 1938 kündigte Hitler an, die Städte Aachen und Saarbrücken besser zu schützen und forderte den Ausbau der diesen Städten vorgelagerten Befestigungslinien im Sperrausbau zu einer richtigen Stellung. Dieser Schritt wurde unter dem Namen Aachen-Saar-Programm bekannt und wird oft mit der Einführung neuer Regelbauten im Februar 1939 vertauscht, die besonders in diesen auszubauenden Stellungen Verwendung fanden.

1939: Der Bau der Bunker aus dem Limesprogramm ist noch längst nicht abgeschlossen als die im Bau befindlichen Stellungen mit neuen Regelbauten erweitert werden. Zudem wird die LVZ-West nach Norden bis nach Mönchengladbach und nach Süden zum Bodensee verlängert. Nach Kriegsanfang werden sogar nochmal neue Stellungen angefangen:

Die Geldernstellung, die eine Verlängerung nach Norden bis zum Rhein vorsah.
Der Orscholzriegel zwischen dem Westwall bei Mettlach und Luxemburg.
Die Spichernstellung auf den Höhen südlich Saarbrückens, teilweise auf französischem Hoheitsgebiet.

1940: Der Ausbau verlangsamt sich und wird nach dem Westfeldzug eingestellt.

1944: Die erneute Bedrohung der deutschen Westgrenze führt zur Reaktivierung der technisch oft überholten Befestigungsanlagen. Der Bau von modernen Bunkern konnte nur in bescheidenem Umfang vorangetrieben werden.

Alle diese Programme wurden fortan unter höchster Priorität und der Nutzung aller verfügbaren Ressourcen vorangetrieben. 20% der Jahresproduktion an Zement (8 Mio. Tonnen ) und 5% der Jahresstahlproduktion (1,2 Mio. Tonnen) wurden am Westwall verbaut.

Da bereits Rohstoffknappheit herrschte und auch sehr viele Bauarbeiter am Westwall benötigt wurden, kam insbesondere die öffentliche und private Bauwirtschaft völlig zum Erliegen, obwohl der Bedarf an Wohnungen enorm war. Zu dieser Zeit fehlten in Deutschland etwa 1,5 Millionen Wohnungen.

Der Bau des Westwalls kostete knapp 3,5 Mrd. Reichsmark (Zum Vergleich: Das Deutsche Reich hatte 1933 zivile Ausgaben von 6,2 Mrd. RM). Zusammen mit anderen gestiegenen Ausgaben wurde der Reichshaushalt völlig überlastet, so dass Deutschland 1938 vor dem Bankrott stand. Auch die deutlich steigende Inflation fand ihre Ursache insbesondere im Bau des Westwalls.

Durch hohe Stundenzahlen, zahlreiche Zulagen und ständigem Bedarf an Arbeitskräften wurde das landesweite Lohngefüge erheblich gestört. Beispielsweise konnten beim Bau des Westwalls eingesetzte Hilfsarbeiter aus der Landwirtschaft umgerechnet eine bis zu dreifach höhere Entlohnung pro Stunde erzielen als mit ihrer eigentlichen Arbeit. Das Reichswirtschaftsministerium kritisierte eine verschwenderische Überbezahlung in der Größenordnung von mehreren hundert Millionen RM.

Zu Beginn der jeweiligen Programme wurden Regelbauten am Reißbrett konstruiert, von denen dann zum Teil viele Tausend nach dem vorher festgelegten Schema gebaut wurden.

Für das Pionierprogramm wurden in erster Linie kleine Bunker mit drei frontal ausgerichteten Scharten errichtet. Die Anlagen hatten nur eine Wandstärke von 0,3 m und waren nicht gegen Giftgas gesichert. Die dort stationierten Soldaten hatten keine eigenen Betten, sondern mussten sich mit Hängematten behelfen. An exponierten Stellen wurden ähnlich kleine Anlagen mit kleinen Panzerkuppeln aufgestellt.

Alle diese Bauwerke galten schon während ihres Baus als veraltet und boten bestenfalls Schutz gegen Bomben- oder Granatsplitter. Durchgeführt wurde das Programm von der Grenzwacht, einer kleinen militärischen Truppe, die unmittelbar nach der Besetzung des Rheinlandes dort ihre Tätigkeit aufnahm. Errichtet wurden die Anlagen in der Nähe der Grenze.

Massiver waren dagegen die Anlagen des Limesprogramms von 1938 konstruiert. Die Anlagen besaßen eine Decke und Wände von 1,5 m Dicke, was sich allerdings schon während des Baus als völlig unzureichend herausstellte. Vom Regelbau 10 wurden beispielsweise insgesamt 3.471 Anlagen am gesamten Westwall gebaut. Die Anlage besaß einen Aufenthalts- und Schutzraum für 10 bis 12 Mann mit einem Eingang und nach rückwärts ausgerichteter Treppenscharte und einen 0,5 m höher angelegten Kampfraum mit jeweils einer flankierenden und frontalen Scharte für ein Maschinengewehr mit einem separaten Eingang.

Weitere Scharten waren für Karabiner vorgesehen; die ganze Anlage war aus den Erfahrungen des ersten Weltkrieges heraus sicher gegen Giftgas ausgelegt. Der Bunker war mit einem gassicheren Ofen beheizbar, der nach außen führende Kamin mit einem massiven Gitter verschlossen. Jedem Soldat standen eine Schlafstelle und ein Hocker zu, der kommandierende Offizier erhielt einen Stuhl. Das Platzangebot war äußerst gering:

Etwa 1 m² Fläche konnten einem Soldaten innerhalb der Bunker zur Verfügung gestellt werden, damit war eine drangvolle Enge in den Aufenthaltsräumen vorgezeichnet. Im Inneren der heute noch erhaltenen Bunker dieses Typs befinden sich noch die Aufschriften, mit denen die einrückenden Mannschaften auf ihre Aufgabe vorbereitet wurden: „Achtung, Feind hört mit!“ oder auch: „Licht machen nur bei geschlossener Scharte!“. Das Limesprogramm hatte seinen Ursprung in einem Befehl Adolf Hitlers zur verstärkten Befestigung der deutschen Westgrenze.

Ähnlich typische Bauwerke waren die Doppel-MG-Kasematte vom Typ 107 und der Regelbau Typ 106a (MG-Kasematten mit Gruppenunterstand) des Aachen-Saar-Programms mit Betonstärken zwischen 2 m und 3,5 m. Allerdings verzichtete man in diesen Bunkern meist auf frontal wirkende Scharten und ordnete sie in der Flanke der Bunker an. Frontalscharten wurden nur in Ausnahmefällen eingebaut und dann mit einem massiven Panzerschutz versehen. Das veränderte Konzept der Bunker trug den Erfahrungen aus den vorher errichteten Regelbauten Rechnung.

Das Platzangebot pro Soldat wurde so von 1 m² auf 1,3 m² bis 1,4 m² erhöht. Der Platzmangel für Verpflegung und Munition in den Bunkern des Pionier- und des Limesprogrammes wurde behoben, indem spezielle Räume für Lebensmittel und Munition angelegt wurden. Das am 9. Oktober 1938 beschlossene und Anfang 1939 begonnene Programm schloss die beiden Städte Aachen und Saarbrücken wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung mit ein. Diese lagen zunächst westlich der Verteidigungslinie des Limesprogramms.

Im Jahr 1938 befasste sich die Luftwaffe erstmals mit der Planung einer Zone, die den Namen Luftschutzzone West erhalten sollte. Diese sollte aus 60 leichten und schweren Flakbatterien bestehen und von Jülich bis Speyer verlaufen. Ein Schwerpunkt sollte auf dem Bereich Mosel-Rhein liegen. Mit den ersten Bauarbeiten wurde im Bereich des erwähnten Schwerpunktes begonnen. Am 12. November 1938 wurde per Verfügung die Erweiterung der nun Luftverteidigungszone West genannten Flakzone beschlossen. Als Termin für den Baubeginn dieser erweiterten Zone wurde in der Verfügung der 1. März 1939 festgehalten.

Die Luftverteidigungszone West (LVZ-West) schloss sich parallel zu den bereits beschriebenen Linien in Richtung Osten an. Die Entfernung zwischen der LVZ-West und der Hauptkampflinie betrug rund 40 Kilometer. Die LVZ-West bestand im Wesentlichen aus betonierten Stellungen der Flugabwehr. Die dort eingesetzten Waffen sollten einen anfliegenden Gegner in eine größere Höhe zwingen, wodurch sie seinen Treibstoffverbrauch vergrößern und seinen Aktionsradius gleichzeitig verringern sollten. Die verwendeten Regelbauten waren den des zeitgleich begonnenen Limesprogramms sehr ähnlich und wurden auch noch gebaut als das Heer ab 1939 auf modernere Regelbauten umstieg.

Zur Nahverteidigung besaßen diese Stellungen eigene Bunker für Maschinengewehre oder zur Unterbringung von Mannschaften oder eines Panzerabwehrgeschützes. Nur zwischen Mosel und Rhein wurde den Flakstellungen eine eigene Stellung mit LVZ-West-Regelbauten zur Bodenabwehr vorgelagert.

Die LVZ-West konnte zu keinem Zeitpunkt vollständig realisiert werden. Es war nicht möglich, eine Zone von mehr als 600 km Länge durchgehend mit Flak-Geschützen auszustatten. Bis zum 1. März 1940 wären im Ausbaubereich der LVZ-West von Düren bis Basel 1544 Anlagen gebaut worden. Nach dem erfolgreichen Frankreichfeldzug wurde auch die LVZ-West in die Desarmierung der Westwallanlagen eingeschlossen.

Die Geldern-Stellung verlängerte den Westwall bis nach Kleve am Niederrhein und wurde erst nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges gebaut. Ursprünglich endete der Westwall im Norden in der Nähe von Brüggen (Kreis Viersen). Errichtet wurden in erster Linie unbewaffnete Unterstände in allerdings massivster Bauweise aus Beton. Diese Regelbauten vom Typ 102V wurden aus Gründen der Tarnung gern in der Nähe von landwirtschaftlichen Gehöften errichtet. Die ebenfalls hier errichteten Doppel-MG-Kasematten des Regelbautyps 107 sind restlos beseitigt worden.

Außerdem wurden auf vielen Kilometern entlang des Westwalls Panzersperren gebaut. Diese Sperren wurden ihrer Form wegen auch Höckerlinie oder Drachenzähne genannt. Die Höcker aus Stahlbeton stehen in mehreren Reihen auf einem gemeinsamen Fundament. Regulär lassen sich zwei Hindernistypen nachweisen: Das Hindernis vom Typ 1938 mit vier von vorn nach hinten ansteigenden Zähnen und das Hindernis 1939 mit fünf dieser Zähne. Es wurden aber ebenfalls sehr viele unregelmäßige Höckerlinien gebaut. Sofern es die Topografie des Geländes zuließ, wurden anstatt der Panzersperren wassergefüllte Gräben ausgehoben. Derartige Anlagen finden sich beispielsweise nördlich von Aachen bei Geilenkirchen.

Weiterhin befinden sich ebenfalls in der Nähe von Geilenkirchen die Überreste einer Panzersperre, die aus Beutematerial des Tschechoslowakischen Walles stammt. Es handelt sich hierbei um zwei durchgehende Schwellen aus Stahlbeton mit der Höhe von etwa einem Meter, denen im unregelmäßigen Abstand zwei gegeneinander gesetzte U-Profile aufgesetzt wurden. Der Zwischenraum der beiden etwa 2 Meter hohen Stahlträger wurde mit Beton ausgegossen.

Nach dem Krieg wurden die Stahlträger verschrottet, in dem man sie mit einem Schneidbrenner entfernte. Die Schwellen sind dagegen noch vorhanden.

Die Bauleistungen des Pionier-Programms wurden größtenteils von Privatfirmen erbracht, dagegen war man innerhalb der privaten Wirtschaft nicht in der Lage, für die darauf folgenden Programme die notwendigen Arbeitskräfte zu stellen. Diese Lücke füllte die Organisation Todt, benannt nach ihrem Gründer Fritz Todt. Durch Ausnutzung der ersten Dienstverpflichtung am 22. Juni 1938 durch Hermann Göring als Beauftragten für den Vierjahresplan, waren zeitweise bis zu einer halben Million Menschen mit den Bauarbeiten am Westwall beschäftigt.

Die Abkommandierungen erfolgten äußerst kurzfristig, zum Teil in weniger als 24 Stunden. Die Verpflegung und Unterbringung der Arbeiter wurde von der Deutschen Arbeitsfront organisiert, die mit großen logistischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Als Wohnraum wurden nicht nur eigens errichtete Baracken, sondern auch Turnhallen, Privathäuser und Tanzsäle genutzt, was wiederum durch mangelnde sanitäre Einrichtungen zu erheblichen hygienischen Defiziten führte.

Den Transport der Bauarbeiter aus ganz Deutschland und des notwendigen Materiales übernahm die Deutsche Reichsbahn, die auf ein gut ausgebautes Netz von strategischen Eisenbahnen an der Westgrenze aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurückgreifen konnte.

Die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen waren äußerst schlecht, es kam häufig zu Unfällen, denn es mussten beispielsweise mit einfachen Mitteln Panzerteile mit bis zu 60 Tonnen Gewicht bewegt und montiert werden. Bei bis zu 36-Stunden-Schichten (Gießen eines Bunkers), anfangs ohne Urlaub, 7 Tage die Woche, gerieten die Arbeiter an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Schon die durchschnittliche Arbeitszeit betrug 10-12 Stunden, wobei Überstunden obligatorisch wurden.

Bedingt durch harte Arbeitsbedingungen, unzureichender Versorgung, erzwungener Trennung von den Familien und ständiger Verlängerung der eigentlich zeitlich begrenzten Dienstverpflichtungen wurde häufig versucht, durch eigenmächtig verlängerten Urlaub, „Bummelschichten“, oder Flucht zu entkommen. Es kam auch zu ersten kollektiven Streiks.

Im Saarland legten 1938 über 1000 Arbeiter ihre Arbeit nieder und verlangten bessere Entlohnung und Verpflegung, was ihnen auch gewährt wurde. Eine zweite Streikwelle führte zur Rücknahme von im Juni 1939 vorgenommenen Lohnkürzungen. Ab Kriegsbeginn wurde seitens der Regierung eine klare Sanktionshaltung gefahren.

SS-Sonderlager und Polizeihaftlager wurden auf Drängen Todts für unkooperative Arbeitskräfte eingerichtet, von denen aus die Arbeiter zur Arbeit gefahren und ideologisch unterwiesen wurden. Das SS-Sonderlager Hinzert wurde nach der Niederlage Frankreichs Durchgangslager für deportierte Juden und andere Häftlinge und 1945 dem KZ Buchenwald direkt unterstellt. Todt selbst schätzte die Rolle dieses Lagers so ein, dass es die Westwallbauten erst ermöglicht hätte.

Die notwendigen stählernen Panzerteile für die Aufstellung von Waffen in den Bunkern konnte die Industrie weder in der benötigten Menge noch in der notwendigen Qualität liefern, so dass der militärische Wert der Anlagen nicht sonderlich hoch war. Zu den Panzerteilen gehörten die Scharten und ihre Verschlüsse sowie Panzerkuppeln für die Rundumverteidigung. Hinsichtlich der Legierungsmetalle für die Herstellung dieser Panzerteile (in erster Linie Nickel und Molybdän) war man vom Ausland abhängig, so dass man entweder überhaupt keine Panzerteile einbaute oder diese aus minderwertigem Ersatzmaterial herstellte. Dieser Mangel war selbst auf offiziellen Fotografien zu erkennen.

Weiterhin waren die Bunker für Geschütze ausgelegt, die sich bereits in den ersten Kriegsjahren als unterdimensioniert herausstellten und deshalb wieder ausgebaut wurden. Die für eine wirksame Verteidigung notwendigen großkalibrigen Waffen ließen sich jedoch nicht in die vorhandenen Bunker einbauen.

Trotz der zu Beginn des Zweiten Weltkrieges erfolgten französischen Kriegserklärung an Deutschland kam es bis zum Beginn des Westfeldzuges zu keinen größeren Kämpfen am Westwall. Stattdessen verharrten beide Gegner im Sitzkrieg, wobei keine Seite die andere angreifen wollte und stattdessen in ihren sicheren Stellungen verharrte.

Nach dem Abschluss des Frankreich-Feldzuges wurden alle beweglichen Waffen aus den Bunkern des Westwalls entfernt und an anderen Stellen verwendet. Die betonierten Teile ließ man in der Landschaft stehen, wodurch die Anlage innerhalb kürzester Zeit völlig unbrauchbar für die Verteidigung wurde. Stattdessen nutzte man die Bunker als Lagerräume, beispielsweise für landwirtschaftliche Geräte.

Auch andere Einrichtungsgegenstände, wie z. B. die nicht mehr benötigten Betten, wurden aus den Bunkern entfernt und in die neu errichteten zivilen Luftschutzbunker eingebaut. Die Betten wurden aufgrund ihrer Herkunft oft als „Westwall-Betten“ bezeichnet.

Eine neue Situation entstand mit der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944, als der Krieg auch im Westen wieder voll losbrach. Am 24. August 1944 erließ Adolf Hitler eine Führerweisung zum erneuten Ausbau des Westwalls. 20.000 Zwangsarbeiter und Mitglieder des Reichsarbeitsdienstes (kurz RAD) versuchten mit improvisierten Mitteln die Verteidigungsbereitschaft wieder herzustellen, was aber wegen der alliierten Luftüberlegenheit nicht gelang.

Schon während dieser Arbeiten stellte sich heraus, dass die Bunker den weiterentwickelten panzerbrechenden Waffen in keiner Weise mehr gewachsen waren. Auch die ortsansässige Bevölkerung wurde für Arbeiten herangezogen, meist zum Bau von Gräben für die Panzerabwehr. Parallel zur Reaktivierung des eigentlichen Westwalls wurden entlang der Grenzen zum besetzten Ausland kleine Ringstände aus Beton errichtet, sogenannte Tobruks. Diese Stände waren im Wesentlichen kleine Schützenlöcher für einen einzelnen Soldaten.

Im Herbst 1944 kam es dann zu den ersten Kriegshandlungen vor dem Westwall. Der daraufhin am stärksten umkämpfte Bereich des Westwalls war die Gegend des Hürtgenwaldes in der Nordeifel, ca. 20 km südöstlich von Aachen gelegen. In dem unübersichtlichen und waldreichen Gebiet starben 12.000 Deutsche und etwa ebenso viele US-Soldaten (näheres unter Schlacht im Hürtgenwald). Die als Denkmal ausgeführte Kirchentür der Pfarrkirche im Hürtgenwalder Ortsteil Vossenack und eine Kreuzigungsgruppe eines modernen Künstlers auf dem benachbarten Friedhof berichten eindrucksvoll von diesen Ereignissen.

Die Operation Market Garden der Alliierten im Herbst 1944 ist ebenfalls im Zusammenhang mit dem Westwall zu sehen. Innerhalb dieser Operation versuchte das alliierte Oberkommando, die deutsche Sperrstellung nördlich durch die Niederlande zu umgehen; das Unternehmen scheiterte jedoch am verbissenen deutschen Widerstand.

Im Anschluss an die Schlacht im Hürtgenwald begann südlich davon in der Gegend zwischen Monschau und dem luxemburgischen Echternach die deutsche Ardennenoffensive aus der Deckung des Westwalls heraus. Diese Offensive war eine letzte Kraftanstrengung von deutscher Seite, das Kriegsgeschehen noch zu wenden. Sie kostete vielen Menschen das Leben, hatte aber keinen Einfluss auf den Kriegsausgang.

Auch an anderen Stellen wurde am Westwall schwer gekämpft. Die Besatzungen vieler Bunker verweigerten aus Angst vor den deutschen Standgerichten die kampflose Übergabe. Viele deutsche Soldaten haben diese Entscheidung mit dem Leben bezahlt, da vor allem die Gruppenunterstände keinerlei Schutz gegen die Waffen der Angreifer boten. Im Frühjahr 1945 fielen die letzten Westwallbunker an der Saar und im vorderen Hunsrück (siehe auch Osburg-Neuhaus).

Anders lagen die Dinge beim propagandistischen Wert des Westwalls. Der Bau des Westwalls wurde von der deutschen Propaganda deutlich über die Notwendigkeit hinaus als unbezwingbares Bollwerk dargestellt, und zwar sowohl im Inland als auch im Ausland. Nach innen signalisierte sein Bau defensive Absichten des Regimes, während nach außen damit sowohl eine Bedrohung als auch eine Beschwichtigung der Nachbarn Deutschlands verbunden war.

Diese Strategie erwies sich aus der Sicht der Nationalsozialisten zu Beginn wie zum Ende des Zweiten Weltkrieges als überaus erfolgreich. Zu Beginn des Krieges verblieben die gegnerischen Truppen hinter ihren eigenen Grenzbefestigungen, der Westwall stellte für sie nicht nur eine physische, sondern auch eine psychologische Grenze dar.

In der Nachkriegszeit wurden viele der Westwallanlagen durch Sprengungen geschleift. Bei diesen Arbeiten sowie bei der Beseitigung der vielen Minen verloren nochmals Menschen ihr Leben.

In Nordrhein-Westfalen sind noch etwa 30 Bunker unzerstört vorhanden; der große Rest wurde entweder gesprengt oder mit Erde zugeschüttet. Von den Panzersperren sind allerdings noch große Teile an Ort und Stelle zu sehen, in der Eifel zum Beispiel auf vielen Kilometern Länge. Unter dem Stichwort: „Der Denkmalwert des Unerfreulichen“ wird heute versucht, die verbliebenen Reste des Westwalls unter Denkmalsschutz zu stellen, da nur so den nachfolgenden Generationen anschaulich Geschichte präsentiert werden kann.

Allerdings werden immer noch öffentliche Gelder zu Beseitigung der Reste des Westwalls bereitgestellt. Da die Bunker aus den vergangenen Kriegen aber mittlerweile zum archäologischen Fundus gehören, werden beispielsweise in Nordrhein-Westfalen archäologische Notgrabungen durchgeführt, wenn einmal mehr ein Stück des Westwalls – beispielsweise für eine Straßenverbreiterung – beseitigt werden muss.

Diese Notgrabungen können zwar nicht die vollständige Zerstörung des zugehörigen Abschnittes verhindern, bringen aber immer wieder neue wissenschaftliche Erkenntnisse und bislang unbekannte Details über das jeweilige Bauwerk zu Tage. In diesem Zusammenhang wird von manchen Menschen, ob Zeitzeuge oder nachfolgender Generation, die Frage nach der Rechtfertigung des Denkmalschutzes derartiger militärischer Bauwerke des Nationalsozialismus gestellt. Soll und will man diese Zeitzeugen aus Beton für die Nachwelt erhalten – ähnlich wie beispielsweise den römischen Befestigungswall Limes?

Anmerkung: Der abgebildete Bunker mit der ganzen Bunkergruppe wurde im Januar 2005 übererdet bzw. zerstört und entfernt. Trotz bestehenden Denkmalschutzes ist dieser Teil der Umgebung Aachens heute „bunkerfrei“.

In die Auseinandersetzung um die Reste des Westwalls haben sich auch die Naturschützer zu Wort gemeldet. Für sie sind die großen Reste des Westwalls wertvolle Biotopketten, in die sich selten gewordene Tier- und Pflanzenarten zurückgezogen haben. Sie sind hier ungestört, da die Betonruinen nicht land- oder forstwirtschaftlich genutzt werden können.

Im August 2006 hat der BUND für sein Projekt Grüner Wall im Westen erstmals von der Bundesvermögensverwaltung einen Westwallbunker bei Hellenthal übernommen. Die Initiative sieht dies als Initialzündung für Kommunen und Vereine, in ähnlicher Weise aktiv zu werden, um andere Teile dieses Grünen Korridors zu retten und dem Naturschutz zuzuführen. Das Bundesfinanzministerium stellte dem BUND für die Sicherung der Anlage 7000 € zur Verfügung, das sind 70 % der sonst notwendigen Abrisskosten.


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