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Werbach ist eine Gemeinde in Tauberfranken und gehört zum Main-Tauber-Kreis im Nordosten von Baden-Württemberg. Bekannt wurde die Gemeinde durch ihre Wallfahrtskapelle Liebfrauenbrunn.

Werbach liegt im Taubertal zwischen Tauberbischofsheim, Wertheim und Würzburg.

Zu Werbach gehören die ehemals selbstständigen Gemeinden Brunntal, Gamburg, Niklashausen, Wenkheim und Werbachhausen. Zur ehemaligen Gemeinde Brunntal gehört das Dorf Brunntal. Zur ehemaligen Gemeinde Gamburg gehören das Dorf Gamburg, Gehöft und Haus Eul(Eil)schirben, die Häuser Bimssteinfabrik, Dorfmühle, Bahnstation Gamburg, Gasthof Tauberperle, Möbelfabrik und das Schloss Schloßberg.

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Zur ehemaligen Gemeinde Niklashausen gehören das Dorf Niklashausen sowie die abgegangene Ortschaft Helzenberg. Zur ehemaligen Gemeinde Wenkheim gehören das Dorf Wenkheim und die Höfe Neumühle, Öl- und Sägmühle und Seemühle. Zur Gemeinde Werbach in den Grenzen vom 31. Dezember 1973 gehören das Dorf Werbach und die Häuser Fischzuchtanstalt, Schneidmühle und Welzmühle. Zur ehemaligen Gemeinde Werbachhausen gehören das Dorf Werbachhausen und die Häuser Emmentaler Mühle und Mühlenbau-Werkstätte.

Wenkheim ist, mit nur zwei Kilometern Abstand zur bayerischen Landesgrenze, der östlichste Ort der Gemeinde. Der Ort hat 770 Einwohner und ist mit 1193 Hektar der größte Ortsteil.

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Die erste urkundliche Erwähnung Werbachs stammt von 1248. 1563 tötet die Pest in Werbach fast 500 Menschen.

Bekannt ist Wenkheim für seine jüdische Geschichte, insbesondere seine frühere Synagoge, und seinen noch heute existierenden jüdischen Friedhof.

Im Zuge der Gemeindereform in Baden-Württemberg wurden zum 1. Januar 1974 die bisher selbständigen Gemeinden Wenkheim, Werbachhausen und Brunntal zur neuen Gemeinde Werbach zusammengeschlossen. Zum 1. Januar 1975 kamen Gamburg und Niklashausen dazu. 

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Brunntal
Brunntal wird erstmals 1222 urkundlich erwähnt. Damals kamen Teile des Dorfes durch Schenkung an Würzburg. In Brunntal war im 14. Jahrhundert auch das Kloster Bronnbach begütert. Bis 1803 gehörte das Dorf zu Kurmainz. Im Rahmen der Säkularisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses wurde der Ort dem Fürstentum Leiningen zugeteilt. Nach dessen Auflösung 1806 im Zuge der Rheinbundakte kam es zum Großherzogtum Baden.

Gamburg
Bereits 1139 wird Gamburg erstmals urkundlich erwähnt.

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Niklashausen
Hans Böhm, der Pauker von Niklashausen, tritt 1476 als Prediger vor die Wallfahrer in Niklashausen. Ihm gelingt es, 40.000 Bauern um sich zu scharen. Trotzdem wird er festgenommen und in Würzburg als Ketzer verbrannt. 

Wenkheim
1750 brannte ein Großteil von Wenkheim nieder.

Das Wappen zeigt ein rotes Mainzer Rad auf weißem Grund über zwei weißen Blumen auf blauem Grund.

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Werbach ist Weinort der Bereichs Tauberfranken. Die Ortsteile Niklashausen und Gamburg sind durch die Taubertalbahn (Crailsheim–Wertheim) an das überregionale Schienennetz angebunden.

Im Ortsteil Wenkheim gibt es einen jüdischen Friedhof, der im 17. Jahrhundert oder früher östlich des Ortes im Gewann „Großer Wald“ (heute unmittelbar an der Landesgrenze Baden-Württemberg/Bayern) angelegt und bis 1938 belegt wurde (Flurstück 10321, Fläche 55,80 a).

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Bauwerke
* Liebfrauenbrunnkapelle zwischen Werbach und Werbachhausen
* Ehemalige Synagoge in Wenkheim - durch einen Förderverein restauriert
* Evangelische Kirche Wenkheim
* Gamburger Pfarrkirche von 1895
* Burg Gamburg bei Gamburg

Das Kloster Bronnbach ist ein 1151 gegründetes ehemaliges Zisterzienserkloster im unteren Taubertal, das 326. des Ordens, das sich heute auf dem Gebiet der Stadt Wertheim in Bronnbach befindet.

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Seit 1986 ist das Kloster Eigentum des Main-Tauber-Kreises. Heute sind verschiedene Institutionen in den Klostergebäuden untergebracht, seit 2000 auch eine Ordensniederlassung der Kongregation der Missionare von der Heiligen Familie.

Der heilige Bernhard von Clairvaux zeigte während seines Aufenthalts in Wertheim auf seiner Pilgerreise eines Tages nach einer Wildnis des Taubertals und sprach: „Auch dort wird ein Kloster meines Ordens gegründet werden.“ Noch zu seinen Lebzeiten ging diese Weissagung des berühmten Abtes in Erfüllung, weil einige fränkische Edelleute beschlossen hatten, ein Zisterzienserkloster zu stiften. Als sie hierfür im stillen Taubertal einen geeigneten Platz suchten, erhoben sich plötzlich aus jener Gegend drei weiße Lerchen, ihr Morgenlied zwitschernd.

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Die Stifter erblickten hierin einen Fingerzeig Gottes und bauten an der so bezeichneten Stelle die Abtei Bronnbach. In das Wappen derselben wurde eine der Lerchen aufgenommen. Sie ruht auf den Händen des Jesuskindes, das auf dem Schoß seiner Mutter sitzt.

Das Kloster geht auf eine Stiftung der vier Edelfreien (Billung von Lindenfels, Sigebot von Zimmern, Erlebold von Krenzheim und Beringer von Gamburg (die Legende geht noch von dreien aus) im Jahre 1151 zurück. Vermutlich kam die Schenkung des castrum brunnebach oberhalb des jetzigen Standorts unter Einfluss einer Predigt von Bernhard von Clairvaux im Jahre 1146 in Würzburg zustande. Es befand sich ursprünglich auf der Höhe über Bronnbach in Burg und Weiler Brunnebach, dem heutigen Schafhof; erstmals urkundlich erwähnt wurde es am 11. Januar 1153 (Bestätigung als Kloster durch Papst Eugen III.).

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1157 ermöglichte die Schenkung des Weilers an den Erzbischof und Kanzler Arnold von Selenhofen zum Erwerb einer Grablege die Verlegung ins Tal der Tauber auf die Ostseite des Flusses. (Arnold von Selenhofen wurde jedoch nach seinem gewaltsamen Tod 1160 nicht in Bronnbach, sondern in Mainz beerdigt.)

Durch die Schenkung wurde auch der Einzug des Gründungskonvents aus Waldsassen mit dem ersten Abt, Reinhard von Frauenberg, ermöglicht. Im selben Jahr wurde mit dem Bau der Abteikirche begonnen, die am 28. April 1222 vom Würzburger Weihbischof Wilhelm von Havelburg geweiht wurde. 1167 wurde es als Filialkloster des Klosters Maulbronn übernommen (Mutterabtei), gleichzeitig wurde der Maulbronner Mönch Wigand neuer Abt.

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Das Kloster verfügte über Stadthöfe in Wertheim, Miltenberg, Würzburg (als Verwaltungszentrum), Aschaffenburg und Frankfurt. Diese sind ab 1170 belegt. Bis zum Jahre 1230 waren die wichtigsten Klostergebäude errichtet.

Da das Kloster in nächster Nähe von Gamburg und Külsheim lag, wurde es im 14. Jahrhundert hin und wieder von dort ansässigen Raubrittern überfallen. Bei einem solchen Überfall ließ ein Külsheimer Ritter einen der Schalenbrunnen abtransportieren, der heute noch in Külsheim steht und dessen Ruf als „Brunnenstadt“ mitbegründet hat.

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Im Wirtschaftshof hinter dem Bursariushaus und neben dem Keltergebäude befindet sich das Gegenstück dieses Schalenbrunnens. Aufgrund der Überfälle wurden um das Jahr 1355 die Grafen von Wertheim als Schutzherren des Klosters eingesetzt; zuvor war der Kaiser Schutz- bzw. Schirmherr.

Den Zisterziensermönchen, die auch als „Gärtner Gottes“ bezeichnet werden, verdankt das Taubertal die Förderung des Weinbaus, der sich von Bronnbach ausbreitete. An der Grenze der Bistümer Mainz und Würzburg gelegen, versuchten beide, das Kloster in ihren Besitz zu bekommen. Dies gelang weder den Bistümern noch der Grafschaft Wertheim, und das Kloster Bronnbach blieb bis Anfang des 19. Jahrhunderts mit kurzen Unterbrechungen von jeder Landesherrschaft unabhängig.

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Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster von aufständischen Bauern geplündert, die zwei Orgeln, fünf Kapellen und zwei Bibliotheken wurden dabei zerstört. Abt Clemens Leusser, seit 1534 Mönch im Kloster, wurde am 26. November 1548 durch einstimmigen Beschluss der Klosterbrüder zum Abt ernannt. War er während der ersten beiden Jahren seiner Amtszeit noch Verfechter der alten katholischen Verhältnisse, so reifte danach in ihm die Überzeugung, dass die wahre christliche Lehre auf der reformierten Seite zu finden sei.

So meldete er Ende 1552 den Vollzug der Reformation an den Wertheimer Grafen. Ostern 1553 wurde dann in Bronnbach und in den zugehörigen Pfarreien der erste Gottesdienst in deutscher Sprache gehalten. Leusser hatte bereits zuvor 24 junge und mittellose Männer aufgenommen, die er als Lehrer der neuen Lehre ausbilden wollte. Obzwar der Würzburger Bischof kein Vorgesetzter des Abtes war, war ihm diese Vorgehensweise nicht gleichgültig. Leusser fühlte sich zunehmend von dessen Nachstellungen bedroht und zog 1554 in den Klosterhof in Wertheim, welcher zum Besitz des Klosters gehörte.

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Nach dem Tod Graf Michaels III. am 14. März 1556 leiteten die Bischöfe von Würzburg und Mainz schärfere Maßnahmen gegen den reformierten Abt ein. Sie belegten die Klostergefälle in ihren Gebieten mit Beschlag, um auf diese Weise dem Kloster und seinem Abt den Unterhalt zu nehmen. Als Leusser dann am 1. Juni 1557 die Tochter des Wertheimer Predigers Johannes Eberlin von Günzburg, Maria Eberlin, ehelichte, war dies für die Bischöfe ein weiterer Grund, den Druck auf Leusser zu erhöhen.

Zwar unterblieb eine angedrohte Visitation des Würzburger Bischofs Melchior, doch dessen Nachfolger, Bischof Friedrich, ernannte im August 1558 den katholisch gebliebenen Johann Pleitner zum neuen Abt. Dieser war zuvor Pfarrer in Königheim und erhielt zwar durch den Bischof die Weihe zum Abt, wurde jedoch noch nicht feierlich eingesetzt, da Friedrich noch mit Leusser verhandelte, um diesen umzustimmen.

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Da Leusser aber am 25. Oktober 1558 die Ehe mit Anna Rüdiger einging und somit zum zweiten Mal heiratete, nachdem seine Frau aus erster Ehe verstorben war, fand am 25. Januar 1559 trotz Protest Leussers und der Wertheimer Grafen die feierliche Amtseinführung Pleitners statt.

Die Rekatholisierung erfolgte bis 1572, im gleichen Jahr wurde die Kirche neu geweiht. Die Zisterzienserabtei wurde unter Abt Johann Knoll fortgeführt. Das neue Mutterkloster war nun das Kloster Ebrach im Steigerwald, welches schon 1537 vorläufig diese Position eingenommen hatte. Unter Abt Wigand Mayer wurde dann das Abtshaus errichtet.

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In der Folge verlor sich der Kontakt zu den Zisterzienserinnenklöstern Frauental und Seligental. Diese Klöster, deren Weiserabt der Bronnbacher Abt war, waren im 16. Jahrhundert aufgehoben worden. Bronnbach selbst besaß nie ein Filialkloster.

Für das Jahr 1595 sind für das Kloster 32 Mönche und zwei Studenten nachgewiesen. 1615 wurde der Abt Sebastian Ulrich durch den Würzburger Bischof Julius Echter wegen seines Lebenswandels abgesetzt und durch den Abt Johann Feilzer aus Ebrach ersetzt, welcher den Wiederaufbau nach der Reformation vollendete und die Dörfer Dörlesberg, Nassig und Reicholzheim wieder für das Kloster zurückgewinnen konnte.

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Im Dreißigjährigen Krieg erhielt 1631 der lutherische Graf Friedrich Ludwig zu Löwenstein-Wertheim-Virneburg das von den Schweden verwüstete Kloster von König Gustav Adolf von Schweden. Er behielt es bis 1634 und beseitigte alles Katholische, wobei auch große Teile der Inneneinrichtung sowie die Klosterbibliothek zerstört wurden. In diesen drei Jahren waren die Mönche geflohen. Anfänglich wurden die Mitglieder des Bronnbacher Konvents an den zisterziensischen Kollegien in Paris, Heidelberg, Wien und Würzburg akademisch ausgebildet – in letzterer Stadt im 17. und 18. Jahrhundert –, dann auch an der Universität. Der überwiegende Teil der noch erhaltenen Literatur, die von Bronnbacher Mönchen verfasst wurde, stammt aus dieser Zeit.

1656 wurde zwischen dem Hochstift Würzburg und dem Erzstift Mainz eine Vereinbarung getroffen, derzufolge das Klostergebiet als territorium nullius (unabhängiges Gebiet) zu betrachten sei. Nichtsdestotrotz konnte Würzburg weiterhin seinen starken Einfluss geltend machen. Im Jahr 1673 konnte sich das Kloster mit der Grafschaft Wertheim über die Ortsherrschaft in Nassig, Dörlesberg und Reicholzheim einigen. Es verzichtete auf Nassig, wo ihm die Herrschaft gerichtlich zustand, und erhielt dafür im Gegenzug Dörlesberg und Reicholzheim als Territorium mit eigener Herrschaftsgewalt. Damit war ein jahrzehntelanger Streit zum Ende gebracht. 1765 wurde die Klosterherrschaft nochmals um den Hinteren Messhof und Rütschdorf erweitert.

Die erneute Nutzung als Kloster dauerte bis zur Säkularisation 1802. Neuer Besitzer der Klosteranlagen wurde Fürst Dominik Konstantin von Löwenstein-Wertheim-Rosenberg. Der letzte Bronnbacher Zisterzienser starb 1859 als Stadtpfarrer von Miltenberg, der letzte Abt, Heinrich Göbhardt, kehrte in seine Geburtsstadt Bamberg zurück.

Von 1803 bis 1986 war das Kloster im Besitz des Fürstenhauses Löwenstein-Wertheim-Rosenberg, das die Klosteranlage als Schloss, Verwaltungssitz, Wirtschaftsstandort, Residenz und Brauerei nutzte, die Anlage aber ansonsten im Wesentlichen unverändert ließ.

1839 wurde die Taubertalstraße durch das Klostergelände gebaut. Die damit einhergehende Höherlegung des Durchfahrtsweges ließ die Fassaden der westlich an der Straße gelegenen Klostergebäude wie des Bursariats teilweise im Boden verschwinden. Der Bau der Taubertalbahn 1870/71 brachte Bronnbach einen eigenen, relativ repräsentativ angelegten Bahnhof, der westlich der Tauber etwas abseits vom Klostergelände errichtet wurde und durch eine Brücke über Tauber und Mühlkanal des Klosters mit dem Klostergelände verbunden ist.

1921 bis 1931 ließen deutschsprachige Zisterzienser aus Sittich im heutigen Slowenien die Abtei Bronnbach im Konventbau als Konvent wieder aufleben. 1931 bis 1958 folgten ihnen Kapuziner; 1938 und 1951 wurde das Kloster renoviert.

1986 erwarb der Main-Tauber-Kreis das Kloster, ließ es in mehreren Bauabschnitten sanieren und nutzt es vielfältig. 1989 wurde das Kloster als Baudenkmal von besonderer nationaler Bedeutung eingestuft.

Das Land Baden war von 1806 bis 1945 ein deutscher Staat und ist heute ein Landesteil von Baden-Württemberg. Im Mittelalter herrschten hier verschiedene Linien des gleichnamigen Adelsgeschlechts, deren Fürstentümer zwar „Baden“ im Namen führten, jedoch unterschiedliche Regionen umfassten. Das in der Napoleonischen Zeit Anfang des 19. Jahrhunderts geformte Großherzogtum Baden wurde mit der Gründung des Deutschen Reichs 1871 zum Bundesstaat, dessen Grenzen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs bestehen blieben.

Von 1947 bis 1952 bestand ebenfalls ein Land „Baden“, das aber nur aus der Südhälfte des historischen Badens bestand. Siehe hierzu Baden (Südbaden). Nordbaden war in dieser Zeit Teil von Württemberg-Baden. 1952 gingen Südbaden und Württemberg-Baden (Nordbaden) im neu geschaffenen Bundesland Baden-Württemberg auf.

Baden liegt im Südwesten Deutschlands. Zentrale Landschaft Badens mit den meisten großen Städten ist die Oberrheinische Tiefebene. Im Westen und Süden von Rhein und Bodensee begrenzt, erstreckt sich das Land rechtsrheinisch vom Linzgau über Lörrach, Freiburg und Karlsruhe bis zur größten Stadt Mannheim, mit einer Fortsetzung bis an Main und Tauber. Es grenzt an das französische (vor Ende des 17. Jahrhunderts im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und von 1871 bis 1918 im Deutschen Reich) Elsass im Westen, an die Schweiz im Süden, die Pfalz im Nordwesten, Hessen und Bayern im Nordosten.

Die östliche Grenze nach Württemberg verläuft durch Kraichgau und Schwarzwald; von dort bis zum Rhein war Baden in der Mitte teilweise nur 30 Kilometer breit. Die engste Stelle („Wespentaille“) betrug nur 17,2 Kilometer (Abstand von der württembergischen Grenze im Bereich der Gemarkung Michelbach bis zum Rhein.

Karlsruhe, die Hauptstadt Badens, war ab 1715 Residenz, zunächst der Markgrafen von Baden-Durlach, dann ab 1771 der vereinigten Markgrafschaften Baden-Durlach und Baden-Baden und später der Großherzöge von Baden, sowie bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs Hauptstadt des 1918 gegründeten Freistaats beziehungsweise der Demokratischen Republik Baden.

Großstädte auf badischem Gebiet sind (von Nord nach Süd): Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe, Pforzheim und Freiburg im Breisgau.

Größere Mittelstädte in Baden sind (von Nord nach Süd): Weinheim, Bruchsal, Ettlingen, Rastatt, Baden-Baden, Offenburg, Villingen-Schwenningen (badisch jedoch nur der westliche Stadtteil Villingen), Lörrach, Singen (Hohentwiel) und Konstanz.

Landschaften in Baden: geordnet von Norden nach Süden * Taubergrund * Bauland (Landschaft) * Odenwald * Kraichgau * Kurpfalz * Hanauerland * Ortenau * Kaiserstuhl * Breisgau * Rheinebene * Schwarzwald * Markgräflerland * Wiesental * Hotzenwald * Hochrhein * Klettgau * Baar * Hegau * Linzgau * Bodensee

Der Name stammt von den Markgrafen von Baden, einer im 12. Jahrhundert etablierten Seitenlinie der Herzöge von Zähringen. Hermann II. war der erste Zähringer, der sich, nach dem neuen Stammsitz, der Burg Hohenbaden hoch über den Thermalbädern der damaligen Stadt Baden (heute Baden-Baden), Markgraf von Baden nannte. Herrschaftsgebiete der badischen Markgrafschaften waren Baden-Durlach (seit 1938 Stadtteil von Karlsruhe), Baden-Baden, Baden-Hachberg bei Emmendingen sowie Sausenburg-Rötteln bei Lörrach. Letztere Herrschaft bestand aus Besitzungen zwischen Lörrach bis südlich von Freiburg und ist heute als Markgräflerland bekannt.

Von 1535 bis 1771 war die Herrschaft in die Linien Baden-Durlach (evangelisch) und Baden-Baden (katholisch) geteilt. Die Bevölkerung musste daher nach Gebietskäufen (beispielsweise der Gemarkung von Gersbach vom katholischen Vorderösterreich) die Konfession wechseln. Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, der so genannte „Türkenlouis“ (1677 bis 1707), machte Rastatt zu seiner Residenz und erhielt den kaiserlichen Auftrag, das Land vor Übergriffen aus Frankreich zu schützen. Dazu errichtete er vor allem an Passübergängen im Schwarzwald zwei Verteidigungslinien mit Wehranlagen. Besonders gut erhalten sind diese sogenannten Barockschanzen in Gersbach (Südschwarzwald). Karl III. Wilhelm von Baden-Durlach wählte das 1715 erbaute Karlsruhe als neue Residenz. 1771 erbte Karl Friedrich von Baden-Durlach die Besitzungen der erloschenen Linie Baden-Baden, wodurch die beiden Markgrafschaften wieder vereinigt wurden.

Das moderne Land Baden entstand am Beginn des 19. Jahrhunderts unter der Protektion Napoleons und durch die geschickte Diplomatie des badischen Gesandten Sigismund Freiherr von Reitzenstein, der als der eigentliche Schöpfer des modernen Baden gilt. In der Folge der napoleonischen Neuordnungen erreichte Baden in den Jahren 1803 bis 1810 erhebliche Gebietsgewinne - rechtsrheinische Territorien vieler kleiner Fürstentümer, geistliche Gebiete und Reichsstädte - von einem Vielfachen seiner bisherigen Größe:

* Im Reichsdeputationshauptschluss 1803 erhielt Baden nominell als Entschädigung für an Frankreich verlorene linksrheinische Gebiete
o Teile der rechtsrheinischen Kurpfalz (mit Mannheim und Heidelberg)
o den rechtsrheinischen Besitz der Bistümer Konstanz, Basel, Straßburg und Speyer,
o die Reichsstädte der Ortenau (Offenburg, Gengenbach, Zell am Harmersbach) und des Linzgaus (Überlingen und Pfullendorf) sowie Wimpfen, das jedoch unmittelbar darauf an Hessen-Darmstadt abgetreten wurde,
o die Gebiete vieler Abteien und Stifte, u. a. das Reichsstift Petershausen.

* Im Frieden von Pressburg 1805 fielen große Teile von Vorderösterreich an Baden, namentlich
o der Breisgau (mit Freiburg im Breisgau),
o die Stadt Konstanz.

* In der Rheinbundakte 1806 kamen u.a. zu Baden
o der größte Teil des fürstenbergischen Territoriums,
o das kurz zuvor errichtete Fürstentum Leiningen,
o der Teil der Grafschaft Wertheim links des Mains mit der Residenzstadt Wertheim,
o die Landgrafschaft Klettgau.

* Im Vertrag von Paris zwischen Württemberg und Baden 1810 (Württemberg wurde von Bayern entschädigt, dieses wiederum durch ehemals preußische Gebiete) wurden u.a. an Baden abgetreten
o württembergische Gebiete im mittleren Schwarzwald (Hornberg, Schiltach, Gutach)
o das württembergische Oberamt Stockach (ehemals Landgrafschaft Nellenburg).

Mit den Neuerwerbungen kam Baden, das bis dahin über keine eigene höhere Bildungsstätte verfügt hatte, auch in den Besitz der beiden Universitäten in Freiburg im Breisgau und Heidelberg. Mit der Ausweitung des Territoriums ging außerdem eine Rangerhöhung des Markgrafen einher. Im Reichsdeputationshauptschluss erhielt Karl Friedrich eine der vier freigewordenen Kurwürden. Bis zum Rheinbund war Baden somit kurzzeitig Kurfürstentum. Im Pressburger Frieden erhielt Karl Friedrich innerhalb des Reiches die volle Souveränität im gleichen Umfang wie bis dahin nur Preußen und Österreich. Mit dem Beitritt zum Rheinbund schließlich wurde er zum Ausgleich für die damit hinfällige Kurwürde zum Großherzog erhoben.

Durch dieses Bündnis mit Napoleon kämpften badische mit Soldaten der anderen Rheinbundstaaten in den Schlachten Napoleons mit. So wurde 1812 der Rückzug Napoleons aus Moskau über die Beresina von badischen Truppen gedeckt. Von den 7000 Badenern in der Grande Armée kehrten nur ein paar hundert zurück. Auch in der Völkerschlacht bei Leipzig stand Baden noch an der Seite Napoleons. Trotz Napoleons Niederlage bei Leipzig erreichte Großherzog Karl auf dem Wiener Kongress die Bestätigung seiner Neuerwerbungen, womit der Bestand des Landes gesichert war. 1819 erhielt Baden in Abwicklung der Wiener Kongressakte im Frankfurter Territorialrezess außerdem noch die inmitten seines Territoriums liegende Grafschaft Hohengeroldseck.

Im 19. Jahrhundert konnten sich in Baden Demokratie und Parlamentarismus freier entwickeln als anderswo. 1818 erhielt das Großherzogtum eine für damalige Verhältnisse sehr fortschrittliche liberale Verfassung, die Baden zur konstitutionellen Monarchie machte. Sie sah mit der Badischen Ständeversammlung ein Zweikammernparlament vor, dessen zweite Kammer große politische Bedeutung erhielt. Diese wurde nicht ständisch gegliedert, sondern mit nach Bezirken gewählten Vertretern bestückt. Die Debatten wurden trotz der Zensur im vollen Wortlaut veröffentlicht, was eine starke Teilnahme der Bürger an politischen Fragen ermöglichte. Dies führte zu wiederholten Konflikten mit den konservativen Kräften im Deutschen Bund unter Führung des österreichischen Staatskanzlers Klemens Metternich, aber auch mit den eher konservativen Großherzögen Karl und Ludwig. Der liberale Großherzog Leopold gab 1832 den Forderungen nach unbeschränkter Pressefreiheit nach, musste das Gesetz aber auf Druck Metternichs noch im gleichen Jahr wieder zurücknehmen.

1835 trat Baden dem Deutschen Zollverein bei und erlebte in der Folge einen wirtschaftlichen Aufschwung. Große Infrastrukturprojekte wurden mit der Rheinkorrektur nach den Plänen von Johann Gottfried Tulla 1815 und dem Eisenbahnbau seit 1840 begonnen.

Nach dem Tod des liberalen Innenministers Ludwig Georg von Winter 1838 gewann Außenminister Blittersdorf maßgeblichen Einfluss auf die badische Politik. Erst jetzt konnte sich die seit 1833 im Deutschen Bund nach dem Hambacher Fest und dem Frankfurter Wachensturm vorherrschende konservativ-reaktionäre Strömung auch im Großherzogtum voll auswirken. Blittersdorf versuchte die Einflußmöglichkeiten der liberalen Zweiten Kammer zu beschneiden. Der Druck der Regierung erzeugte eine Politisierung der Bevölkerung und provozierte eine politische Lagerbildung, die aufgrund der größeren Freiheitsrechte ein höheres Unzufriedenheitspotential entstehen ließ, als in vielen Staaten mit reaktionärerem Regierungssystem.

1843 organisierte der Abgeordnete Friedrich Daniel Bassermann im Rahmen des Urlaubsstreits, bei dem die badische Regierung Beamten, die für die Opposition in die Zweite Kammer gewählt wurden, den Urlaub und damit die Wahrnehmung ihres Mandates verweigern wollte, die Ablehnung des Regierungsbudgets und erzwang mit dem ersten parlamentarischen Misstrauensantrag der deutschen Geschichte[2] den Rücktritt des konservativen Ministeriums unter Blittersdorf. Als in den Wahlen von 1845/46 die Opposition eine klare Mehrheit erzielen konnte und die politische Stimmung durch den Streit um den Deutschkatholizismus noch verschärft wurde, berief Großherzog Leopold den Liberalen Johann Baptist Bekk zum Innenminister und Staatsminister.

Missernten und wirtschaftliche Schwierigkeiten in den Jahren 1846/47 verursachten zusätzlich soziale Spannungen, die die Unzufriedenheit über die fehlenden Mitbestimmungsrechte und die Zersplitterung Deutschlands noch steigerten.

Eine Volksversammlung in Offenburg, die am 12. September 1847 einen Forderungskatalog verabschiedete, war ein weiterer Auslöser für die Badische Revolution von 1848 und die Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes. Am 12. Februar 1848 forderte Bassermann in der Zweiten Kammer der Ständeversammlung eine vom Volk gewählte Vertretung beim Bundestag in Frankfurt am Main. Diese Forderung führte über die Heidelberger Versammlung und das Vorparlament schließlich zum ersten frei gewählten Parlament für Deutschland, der Frankfurter Nationalversammlung.

Ein erster republikanischer Umsturzversuch durch Friedrich Hecker, Gustav Struve und Georg Herwegh wurde noch von Bundestruppen und ein zweiter Aufstand um Gustav Struve durch badisches Militär niedergeschlagen. Nach dem Scheitern der Frankfurter Nationalversammlung schloss sich im Mai 1849 im Rahmen der Reichsverfassungskampagne in Baden auch das Militär an. Mit der Flucht des Großherzogs Leopold, der Bildung einer provisorischen Regierung und Neuwahlen wurde Baden faktisch Republik. Durch vor allem preußisches Militär wurden die Badische Republik und die verbündete Pfälzische Republik schließlich mit Gewalt niedergeworfen. Im Juli mussten sich die letzten badischen Truppen nach fast zweimonatiger Belagerung in der Festung Rastatt ergeben. In der Folge kam es zu Verhaftungen und 23 standrechtlichen Erschießungen. Auch die Auswanderung von ca. 80.000 Badenern (5 % der Bevölkerung), vor allem nach Amerika, kann neben der wirtschaftlichen Not der 1850er auf die Niederlage der Revolution zurückgeführt werden. Baden blieb bis 1851 durch die Preußische Armee besetzt.

Trotz Okkupation und der Berufung eines konservativen Ministeriums unter Friedrich Adolf Klüber fiel die Gegenreaktion im Bereich der Politik insgesamt vergleichsweise milde aus. Baden blieb ein Verfassungsstaat und die Bürokratie verblieb bis auf wenige Ausnahmen in den Händen der alten Beamtenschaft.

Die Streitigkeiten des Großherzogtums mit der katholischen Kirche im seit 1853 mit Unterbrechungen andauernden badischen Kulturkampf führten 1860 zur Bildung einer liberalen Regierung unter maßgeblicher Beteiligung von Abgeordneten der Zweiten Kammer unter der Führung von Anton von Stabel. Maßgeblich geprägt von Franz von Roggenbach leitete die Regierung einen liberalen Kurswechsel ein und näherte ihre Arbeitsweise der eines demokratischen Parlaments an, indem sie Politik gemeinsam mit der Mehrheit der Zweiten Kammer der Ständeversammlung gestaltete. Mit der Errichtung von Verwaltungsgerichten durch Gesetz vom 5. Oktober 1863 war Baden das erste der deutschen Länder, welches die Verwaltungsgerichtsbarkeit einführte.

1871 trat Baden dem Deutschen Reich bei, an dessen Gründung Großherzog Friedrich I. maßgeblich beteiligt war: Nach Wilhelms Ausrufung zum Deutschen Kaiser gab der Großherzog im Spiegelsaal zu Versailles das erste Hurra auf den Kaiser aus. Im Deutschen Kaiserreich war Baden eine Hochburg der Liberalen und der Zentrumspartei. Nach der Niederlage des Kaiserreichs im Ersten Weltkrieg musste der letzte Großherzog Friedrich II. 1918 abdanken. Baden wurde Republik.

Der Freistaat Baden, dessen Verfassung am 13. April 1919 vom Volk angenommen wurde, wurde bis 1933 meistens von der Zentrumspartei regiert. Baden blieb in seinen Grenzen, trotz württembergischer Versuche während der Zeit des Nationalsozialismus, die Vereinigung herbeizuführen, bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs unverändert. Das Land wurde durch die nationalsozialistische Reichsregierung jedoch 1933 gleichgeschaltet und einem Reichsstatthalter unterstellt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Baden durch eine Besatzungsgrenze geteilt.

* Nordbaden (mit dem Landkreis Karlsruhe als südlichstem Gebiet) bildete mit Nordwürttemberg das Land Württemberg-Baden (Hauptstadt Stuttgart) in der US-amerikanischen Zone.
* Südbaden (mit dem Landkreis Rastatt als nördlichstem Gebiet) bildete das Land Baden mit der Hauptstadt Freiburg im Breisgau und war Teil der französischen Besatzungszone. Ministerpräsident dieses Landes war Leo Wohleb.

1952 schlossen sich die Länder Württemberg-Baden und Baden mit dem Land Württemberg-Hohenzollern zum heutigen Bundesland Baden-Württemberg zusammen.

Die Situation der durch die Besatzungszonen vorgegebenen Ländergrenzen wurde von einigen als unbefriedigend empfunden. Infolgedessen kamen erneut Überlegungen zur Gründung eines „Südweststaats“ aus den alten Ländern Baden, Württemberg und der Hohenzollernschen Lande auf. In Mittel- und Südbaden gab es hingegen viele, die im Falle eines Zusammenschluss eine Dominanz des neuen Bundeslandes durch Württemberg befürchteten. Diese sogenannten Altbadener favorisierten daher eine Wiederherstellung der früheren Länder in den Grenzen vor dem Krieg. „Vom See bis an des Maines Strand die Stimme dir mein Badnerland“, war auf den Wahlplakaten von 1951 zu lesen. Die Regierung von (Süd)Baden unter Leo Wohleb kämpfte damit für eine Wiederherstellung des alten Landes Baden.

Entscheidend war der Abstimmungsmodus. Durch eine Probeabstimmung wusste man, dass in Nordbaden nur eine dünne Mehrheit für den Südweststaat zu erwarten war, sich durch die starke Ablehnung in Südbaden jedoch eine gesamtbadische Ablehnung ergeben würde. Deshalb plädierten die Befürworter des Südweststaats für eine Auszählung nach Stimmbezirken, die Gegner forderten vergeblich eine Auszählung nach den alten Ländern. Das 1951 neu gegründete Bundesverfassungsgericht, das seinen Sitz in der ehemaligen badischen Residenzstadt Karlsruhe hat, konnte sich bei Stimmengleichheit nicht auf eine Haltung gegen die Modalitäten der Volksabstimmung (Mehrheit in drei von vier Abstimmungsbezirken) festlegen.

Bei der Volksabstimmung unterlagen die Befürworter eines selbstständigen Baden. Zwar votierten 53 % aller Stimmberechtigten im Vorkriegsbaden für die Wiederherstellung des Landes Baden; entscheidend war jedoch das Abstimmungsverhalten des bevölkerungsreichen Nordbadens, wo 57 % für den Südweststaat votierten. Insbesondere die alte Kurpfalz mit Mannheim und Heidelberg war gegen Baden. Dabei glaubten wohl auch viele, dass es nicht opportun sei, die von den Amerikanern betriebene Vereinigung von Nordbaden und Nordwürttemberg wieder zu revidieren. Für die Vereinigung stimmte auch die Bevölkerung im Landesbezirk (Nord-)Württemberg und in Württemberg-Hohenzollern. Durch die Mehrheiten in drei von vier Teilgebieten wurde die Vereinigung zum „Südweststaat“ beschlossen, die 1952 erfolgte.

Aufgrund einer Klage des Heimatbundes Baden entschied das Bundesverfassungsgericht 1956, dass die badische Bevölkerung nochmals abstimmen dürfe, denn ihr Wille bei der Abstimmung 1951 sei durch die Trennung des Landes Baden nach 1945 „überspielt“ worden. Erst 1970 kam es aufgrund dieser Klage nochmals zu einer Volksabstimmung, an der sich diesmal die Württemberger nicht beteiligen durften. Da die Abstimmung vor allem von Kurt-Georg Kiesinger immer wieder verschleppt wurde, bedurfte es 1969 einer erneuten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes, welches die Abstimmung bis spätestens 30. Juni 1970 anordnete. Den Zeitläufen entsprechend waren nur noch wenige für die Wiederherstellung eines historischen Landes zu begeistern; die überwältigende Mehrheit (82%) der Bevölkerung von Baden stimmte für den Verbleib in Baden-Württemberg.

Die 1952 gebildeten Regierungsbezirke Nordbaden und Südbaden griffen die Grenzen des alten Landes Baden wieder auf: Im Norden an Hessen und Bayern grenzend, im Süden am Bodensee nur 30 km entfernt von Bayern und in der Mitte teilweise nur 30 km, an der engsten Stelle gar nur 17,2 km schmal, fasste die Ostgrenze des Landes das Territorium von Württemberg sichelartig ein. Mit der Kreisreform, die zum 1. Januar 1973 vollzogen wurde, wurden die historischen Grenzen der Regierungsbezirke aufgehoben und die Namen der Landesteile verschwanden. Die Gebiete aller vier Regierungsbezirke Freiburg, Karlsruhe, Stuttgart und Tübingen wurden hauptsächlich nach geografischer Zweckmäßigkeit neu abgegrenzt. Dabei verschwanden die alten Grenzen auf der Verwaltungsebene endgültig: der ehedem württembergische Teil des Schwarzwalds gehört seitdem zu den Regierungsbezirken in Karlsruhe beziehungsweise Freiburg, und ehemals badische Kreise gehören jetzt zu den Regierungsbezirken Stuttgart bzw. Tübingen.

Die alten Grenzen des Landes Baden spiegeln sich heute noch darin wider, dass es einen eigenständigen Badischen Sportbund und eine eigenständige Evangelische Landeskirche in Baden gibt. Auch die Einteilung der katholischen Bistümer (Erzbistum Freiburg bzw. Bistum Rottenburg-Stuttgart) entspricht den alten Grenzen. Auch andere Verbände sind noch nach den alten Grenzen getrennt. In der Organisation der Justiz haben sich die alten Grenzen ebenfalls erhalten. Manche Medien orientieren sich noch immer an den alten Grenzen von Baden und Württemberg: Zum Beispiel veranstaltet der SWR Hörfunk-Regionalprogramme wie „Baden Radio“ oder „Radio Südbaden“ im Programm SWR4 Baden-Württemberg.

Ungebrochen ist das besonders im Süden und im Raum Karlsruhe vorherrschende Bewusstsein, mit dem sich die Menschen als Badener oder Badner bezeichnen – oft schon allein, um sich von der Landesregierung im württembergischen Stuttgart abzugrenzen. Dazu eignet sich zum Beispiel das Badnerlied hervorragend, das in Baden einen viel höheren Stellenwert und Bekanntheitsgrad besitzt als die anderen Landeshymnen. So ertönt das Badnerlied seit den 1990er Jahren in den Stadien des SC Freiburg und des Karlsruher SC zu Beginn der Spiele. Bis heute sieht man gerade in Südbaden viele badische Flaggen, und auch der badische Wein trägt die Identität des Landes fort. Ein Kern des badischen Regionalstolzes ist auch die demokratische und revolutionäre Tradition der Freiheitsbewegung von 1848. So ist beispielsweise der radikale Republikaner Friedrich Hecker bis heute eine Art badischer Nationalheld.

Die mit einer Identitätsbildung einhergehende Abgrenzung erfolgt bevorzugt gegenüber Schwaben. Von diesen werden die Bewohner der Region manchmal - oft auch bewusst - als Badenser bezeichnet. Diese Bezeichnung wird, obwohl sie gemäß Duden eine Bezeichnung der badischen Bevölkerung ist, heutzutage als abwertend empfunden.

Es gibt mehrere Vereine, die badische Interessen vertreten, z.B.

* Landesverein Badische Heimat - Heimatkunde, Kultur, Natur- und Denkmalschutz
* Landesvereinigung Baden in Europa - Politische Interessenvertretung des badischen Landesteils
* Bund Freiheit statt Baden-Württemberg - Badische Vereinigung, die sich für die Abschaffung der Schilder „Baden verboten“ einsetzt und jedes Jahr einen oder eine Badener/in des Jahres durch ihre Mitglieder wählt.

Auch außerhalb Badens gibt es Badener, die an ihrer Identität festhalten. Sie sind teilweise in den 14 Badener-Vereinen organisiert, die es meist in Großstädten der Bundesrepublik gibt. Die Badener-Vereine sind in der Arbeitsgemeinschaft der Badenervereine mit Sitz in Karlsruhe zusammengeschlossen.


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