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Heddesheim ist eine Gemeinde mit rund 11.600 Einwohnern. Sie liegt im Rhein-Neckar-Kreis in Baden-Württemberg in der Nähe von Mannheim und ist Teil der Metropolregion Rhein-Neckar.

Lage und Naturraum

Heddesheim liegt im Nordwesten Baden-Württembergs in der Oberrheinischen Tiefebene. Fast die Hälfte der Gemarkung liegt auf dem Neckarschwemmkegel. In unmittelbarer Nähe befinden sich östlich die Bergstraße und der Odenwald.

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Die nördliche Gemeindegrenze stößt mit der Stadtgrenze von Viernheim zusammen, welches bereits im Bundesland Hessen liegt. Nordöstlich grenzt Heddesheim an Weinheim, östlich an Hirschberg an der Bergstraße, im Süden an Ladenburg, im Südwesten an Ilvesheim und im Westen an Mannheim mit den Stadtteilen Feudenheim, Wallstadt und Straßenheim.

Das Gememeindegebiet erstreckt sich über 1271 Hektar. Davon sind 24,8 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche und 74,2 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt.

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Gemeindegliederung

Zur Gemeinde Heddesheim gehören der Weiler Muckensturm, das Gehöft Neuzenhof und die Häuser Becherbruch und die Bahnstation Heddesheim/Hirschberg.

Geschichte

Erste Siedlungen im Bereich der Heddesheimer Gemarkung lassen sich bereits um 100 n.Chr., als die Römer die Stadt Ladenburg gründeten, nachweisen. Der Name Heddesheim stammt von den Franken, die mutmaßlich während der Völkerwanderung auf der Heddesheimer Gemarkung sesshaft wurden. Der fränkische Name lautete wohl "Heim des Hedo", woraus sich später der Ortsname Heddesheim entwickelte.

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Die erste urkundliche Erwähnung von Heddesheim fand im Jahr 917 als 'Hetenesheim' statt. Das Kloster Lorsch erhielt durch eine Schenkung 949 Ländereien der Gemarkung, was im Lorscher Codex Erwähnung findet. Vermutlich schon Ende des 12. Jahrhunderts übernahmen die Pfalzgrafen bei Rhein die Grundherrschaft. 1222 wurde Muckensturm erstmals urkundlich erwähnt. Um 1450 wohnten etwa 200 Menschen in Heddesheim, das in der Kurpfalz zur Äpfelbacher Zent gehörte.

Der Tabakanbau begann um 1600 auf den Feldern des Ortes. Wie viele Ortschaften der Region wurde auch Heddesheim im Dreißigjährigen Krieg vom Feldherrn Tilly zerstört. Durch mehrfache Kriege in der Region zählte die Ortschaft auch Ende des 17. Jahrhunderts immer noch 200 Einwohner.

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Das Alte Rathaus wurde 1719 errichtet, 1756 das katholische Pfarrhaus und eine reformierte Kirche. Die katholische Kirche entstand in ihrer heutigen Form 1792. 1803 wurde die Kurpfalz aufgelöst und Heddesheim gelangte zum Großherzogtum Baden. Das Bezirksamt Ladenburg war ab 1820 für Heddesheim zuständig. Später übernahm diese Funktion das Bezirksamt Mannheim, der spätere Landkreis Mannheim.

Um 1825 hatte der Ort 1200 Einwohner. Die reformierte Kirche wurde 1870 abgerissen und durch die heutige evangelische Kirche ersetzt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden bereits 2600 Einwohner gezählt.

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Im 20. Jahrhundert wurde der Ort durch die Oberrheinische Eisenbahn (OEG) an das Schienennetz angeschlossen. 1929 wurden die abgesonderten Gemarkungen von Muckensturm und Neuzenhof mit Heddesheim vereinigt. Straßenheim war ursprünglich auch der Gemeinde zugeschlagen worden. Die Straßenheimer wehrten sich allerdings erfolgreich dagegen, weil sie zu Mannheim eingemeindet werden wollten.

Gegen 1939 war der Tabakanbau in Heddesheim auf seinem Höhepunkt. Auf einer Anbaufläche von 300 ha wurde ein Ertrag von nahezu 900 Tonnen Tabak erzielt, was Heddesheim zur größten tabakanbauenden Gemeinde Deutschlands machte. Seit 2010 wird nach dem Wegfall der EU-Subventionen keine Tabak mehr in Heddesheim angebaut.

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1868 wurde die "Alte Schule", in der Beindstraße gebaut. Das Gebäude in der Schulstraße kam dazu. 1958 hatte Heddesheim die Einwohnerzahl mit 5280 Einwohnern nahezu verdoppelt und ein weiteres Schulgebäude wurde errichtet. Mit der Errichtung des zweiten Schulstandortes in der Rheinstraße wurde der alte Standort in Hans-Thoma-Grundschule umbenannt.

1969 wurden das neue Rathaus und das Feuerwehrhaus errichtet, wobei die Gemeinde mittlerweile über 8000 Einwohner zählte. Die zweite Schule, die Johannes-Keppler-Hauptschule (heute mit Werkrealschule), wurde 1971 gebaut. Mit der Auflösung des Landkreis Mannheim 1973 kam die Gemeinde zum Rhein-Neckar-Kreis. Die Städtepartnerschaft mit der französischen Gemeinde Nogent-le-Roi entstand im Jahr 1974. Das neue Bürgerhaus wurde 1989 errichtet, die Gemeinde Heddesheim zählte 11.200 Einwohner.

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Wappen

Die Blasonierung des Wappens lautet: In halbgespaltenem und geteiltem Schild oben vorn in Schwarz ein linksgewendeter, rot bewehrter, rot bezungter und rot gekrönter goldener Löwe, oben hinten von Silber und Blau schräggerautet, unten in Rot über blauem Wellenschildfuß der silberne lateinische Großbuchstabe H.

Das Wappen geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1555. Es findet sich auch über dem Portal des 1719 erbauten Rathauses. Löwe und Rauten sind die heraldischen Symbole der Kurpfalz. 1901 wurde das Wappen vom Generallandesarchiv offiziell verliehen.

Die Flagge ist Blau-Weiß und wurde 1968 vom Innenministerium verliehen.

 

Städtepartnerschaft

Heddesheim pflegt seit 1974 aktiv eine Städtepartnerschaft mit Nogent-le-Roi. Nogent-le-Roi ist eine französische Gemeinde im Département Eure-et-Loir in der Region Centre. Sie gehört zum Arrondissement Dreux und ist Verwaltungssitz des Kantons Nogent-le-Roi.

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Kultur und Sehenswürdigkeiten

Durch die Erschließung von Gebieten und den Bau von Sportanlagen und kulturellen Einrichtungen ist in Heddesheim ein für eine Gemeinde dieser Größe umfangreiches Angebot an Freizeitaktivitäten entstanden:

  • Hallenbad
  • Badesee mit zwei beheizten Becken
  • Kunsteisbahn im Freien
  • Zwei Mehrzwecksporthallen
  • 18-Loch-Golfplatz
  • Minigolf-anlage
  • Gemeindebücherei
  • Musikschule
  • Zwei Fußballfelder (ein Rasenplatz und ein Hartplatz im Stadion an der Ahornstraße, das Stadion hat rund 2000 Plätze und ist Heimstätte des Fußballvereins FV Fortuna Heddesheim).
  • Fünf Bolzplätze
  • Reitverein
  • Jugendzentrum u.a. mit Tischtennisplatten, Skateranlage, Tischfußball und Billard.

 

Zudem tragen mehr als 50 Vereine zum kulturellen und sportlichen Leben bei. Darunter sind u.a. die SG Heddesheim (Handball) und die FV Fortuna Heddesheim (Fußball) mit rund 500 Mitgliedern. Die Handballer spielen derzeit in der Badenliga (5.Liga) und schlossen die Saison 2010/11 mit dem 2.Tabellenplatz ab. Die Fußballer der Fortuna wurden Meister in der Kreisklasse B 2 und spielen in der Saison 2011/2012 in der Kreisklasse A 2 (9.Liga).

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Mundart

Der Heddesheimer Dialekt ist neben den üblich kurpfälzischen Dialektmerkmalen durch den Lambdazismus gekennzeichnet. Der Ortsname heißt deshalb im ursprünglichen Heddesheimer Dialekt auch Hellese und nicht Heddese.

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Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Ursprünglich von der Landwirtschaft geprägt, haben sich in Heddesheim einige kleinere Industriebetriebe angesiedelt. In zentraler Lage des Rhein-Neckar-Dreiecks ist Heddesheim aber überwiegend eine Wohngemeinde für Pendler in die umliegenden Oberzentren Mannheim und Heidelberg. Die landwirtschaftliche Nutzfläche Heddesheims liegt bei 1130 ha, davon 700 ha Getreide, 266 ha Viehzucht und 100 ha Zuckerrüben.

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Obwohl Tabakgemeinde genannt, wird mit dem Jahr 2010 kein Tabak mehr angebaut, da die Subventionen weggefallen sind und die zuletzt vier Tabakbauern keinen wirtschaftlichen Nutzen mehr aus dem Anbau ziehen können. In Heddesheim soll noch im Jahr 2011 mit dem Bau eines der größten Logistikzentren in der Region begonnen werden (200.000 m²). Der Chef der Viernheimer Unternehmensgruppe "Pfenning", Karl-Martin Pfenning, hat mit dem Viernheimer Immobilienmakler Johann Georg Adler eine Phoenix 2010 GbR gegründet.

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Die beiden Geschäftsleute wollen nach eigener Aussage 100 Millionen Euro investieren, was das Bauvorhaben zu einem der größten Projekte der Region machen würde. Die geplante Ansiedlung sorgt seit Bekanntgabe für einen kommunalpolitischen Streit zwischen ihren Befürwortern und ihren Gegnern; u.a. wurde eine rechtlich unverbindliche Bürgerbefragung durchgeführt, die eine knappe Mehrheit für das Projekt erbrachte.

Medien

Der freie Journalist und Heddesheimer Bürger Hardy Prothmann gründete unter dem Namen "Das heddesheimblog" ein sogenanntes "Place- oder Stadtblog" in der Gemeinde, das schnell wegen der kritischen Berichterstattung überregional bekannt wurde und "im Dezember 2009 prämiert worden ist" . Das heddesheimblog ist die einzige Lokalredaktion im Ort und das Konzept wurde bundesweit bereits mehr als ein Dutzend Mal von Journalisten für andere Gemeinden kopiert.

Verkehr

Heddesheim ist seit 1909 Endstelle einer Zweigstrecke der Oberrheinischen Eisenbahn (kurz OEG), die von Mannheim-Käfertal über Mannheim-Wallstadt bis Heddesheim führt. Die Strecke wird seit 1995 als Teil der Straßenbahnlinie 4 mit einem Linienweg von Heddesheim über Mannheim und Ludwigshafen am Rhein nach Oggersheim betrieben. Seit Dezember 2008 wird von der Linie 4 jeder halbstündliche Kurs (an Wochenenden und Feiertagen stündlich) bis Bad Dürkheim durchgebunden.

Im Bereich des außerhalb gelegenen Gewerbegebietes liegt der Haltepunkt der Deutschen Bahn Heddesheim/Hirschberg an der Main-Neckar-Bahn. Buslinien führen nach Ladenburg und Großsachsen. Heddesheim gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Mehrere Autobahnen führen in der unmittelbaren Umgebung von Heddesheim vorbei. Im Norden die A 659 zwischen Mannheim und Weinheim, im Osten die A 5 und im Westen die A 6.

Bildung

In Heddesheim gibt es vier Kindergärten (zwei evangelische, einen katholischen, einen kommunalen). Zudem gibt es die Hans-Thoma-Grundschule (erbaut 1958), sowie die Johannes-Kepler-Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule (erbaut 1971). Im März 2011 wurde die Hauptschule in Karl-Drais-Schule umbenannt. Hintergrund ist die Gründung eines Schulzweckverbands der Gemeinden Heddesheim und Hirschberg an der Bergstraße, die nun eine gemeinsame Haupt- und Werkrealschule an zwei Standorten betreiben.

Schüler, die eine Realschule oder ein Gymnasium besuchen möchten, müssen in den benachbarten Orten Ladenburg, Viernheim, Weinheim oder nach Mannheim zur Schule gehen.


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Das Foto basiert auf dem Bild "Altes Schulgebäude in Heddesheim" aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist MSeses.