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Geschichte des Kreises GŁnzburg

Der Landkreis Günzburg gehört zum bayerischen Regierungsbezirk Schwaben. Nachbarkreise sind im Norden der Landkreis Dillingen an der Donau, im Osten der Landkreis Augsburg, im Süden der Landkreis Unterallgäu, im Westen der Landkreis Neu-Ulm und im Nordwesten die baden-württembergischen Landkreise Alb-Donau-Kreis und Heidenheim.

Die Donau trennt den kleinen Riedbereich (Schwäbisches Donaumoos, ein Teil des Donaurieds) im Norden mit den Ortschaften Riedhausen und Riedheim von der südlich gelegenen Untere Iller-Lech-Schotterplatten, auf der der Großteil der übrigen Ortschaften und Gemeinden des Kreises liegen. Dieses Gebiet wird von den beiden rechten Nebenflüssen der Donau Günz und Mindel sowie von der Kammel durchzogen. Die Günz mündet bei Günzburg, die Mindel weiter stromabwärts westlich von Gundremmingen. Die Kammel mündet südlich von Offingen in die Mindel, kurz bevor diese in die Donau mündet. Das Gebiet östlich der Mindel ist Teil der Stauden (im Süden) beziehungsweise der Holzwinkels (im Norden) und damit Teil des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder.

Das Gebiet südlich der Donau, die Untere Iller-Lech-Schotterplatten, die Stauden und der Holzwinkel sind Teil des Tertiärhügellands. Geprägt wird diese hügelige Landschaft durch die von Süden nach Norden verlaufenden Flusstäler der Günz, Kammel, Mindel und Zusam und den Zuflüssen dieser Fließgewässer. Die Riedel genannten Höhenzüge zwischen den Tälern sind meist bewaldet – oft mit Fichtenforsten. An den Hängen mit geringer Neigung überwiegt Ackerbau, in den Tälern selbst überwiegen meist Wiesen.Vor der Drainage gab es dort große Niedermoorbereiche.

Das Gebiet des heutigen Landkreises Günzburg war schon in der Keltenzeit relativ dicht besiedelt. Davon zeugen die teilweise noch gut erkennbaren Reste von Viereckschanzen und Hügelgräbern. (→ siehe auch: Viereckschanzen in Bayern) Es wurden aber sogar auch noch ältere Spuren menschlicher Anwesenheit aus der Jungsteinzeit im Gebiet des Landkreises gefunden.

Auch aus der Römerzeit sind Spuren im Landkreis vorhanden. Am bekanntesten dürfte aus dieser Zeit sein, dass Günzburg um das Jahr 77 n. Chr. als Kastell Guntia von den Römern zur Verteidigung der Donaugrenze gegründet wurde. Neben dem Kastell entwickelte sich wohl auch aufgrund der guten Einbindung in das römische Fernstraßennetz eine größere Zivilsiedlung. Bei den um Günzburg herum gefundenen römischen Bestattungsplätzen handelt es sich um die größten ausgegrabenen römischen Gräberfelder nördlich der Alpen – mehrere tausend Bestattungen. Die Ergebnisse der umfangreichen Ausgrabungen sind im Günzburger Heimatmuseum zu besichtigen. Weitere Spuren aus der Römerzeit sind das, ebenfalls am Donau-Iller-Rhein-Limes gelegene, Bürgle genannte, spätantike Kastell bei Gundremmingen oder die Reste römischer Landgüter bei Edelstetten, Stoffenried (Gemeinde Ellzee) und Kirrberg (Gemeinde Balzhausen).

Nach dem Ende des Weströmischen Reiches in der Völkerwanderungszeit sind wohl zumindest einige Römer beziehungsweise Romanen und Kelten zurückgeblieben, da die nahe gelegenen Siedlungen Waldstetten und Waldkirch als Orte identifiziert wurden, an denen Walchen beziehungsweise Welsche gesiedelt haben. Bis zu der Zeit um das Jahr 1100 n. Chr., als viele Ortschaften des Landkreises erstmals urkundlich erwähnt wurden – beispielsweise Günzburg: 1065 oder Krumbach: 1156 – ist von der Geschichte des Gebietes nur wenig bekannt. Eine dieser wenigen bekannten Dinge ist, dass die damals „Ricis“ genannte Burg Reisensburg um das Jahr 600 vom Geographen von Ravenna als eine der fünf wichtigsten Burgen Alemanniens erwähnt wurde.

Um das Jahr 1300 kamen nach Aussterben der Grafen von Berg große Teile des Gebiets, die nicht unter kirchlicher Herrschaft standen als „erledigtes Reichslehen“ in den Besitz des Hauses Habsburg. Diese Gebiete bildeten die nächsten 500 Jahre die vorderösterreichische Markgrafschaft Burgau. In diesem gesamten Zeitraum war das Gebiet des heutigen Landkreises Günzburg, wie das gesamte Oberschwaben in viele kleine Herrschaften unterteilt. Die wichtigsten weltlichen Herrschaften im heutigen Landkreis waren die Markgrafschaft Burgau, die Babenhausener Linie der Fugger, die Reichsstadt Ulm (Leipheim) die Herrschaften Seyfriedsberg (Ziemetshausen), Eberstall-Jettingen und Burtenbach (Schertlin). Die wichtigsten geistlichen Territorien waren die Reichsstifte Wettenhausen und Ursberg, die Reichsabtei Roggenburg, das Kloster Edelstetten und das Hochstift Augsburg.

Nachdem das Gebiet an Bayern kam wurden im Jahr 1804 die Landgerichte Wettenhausen und Ursberg sowie 1806 das Landgericht Günzburg errichtet. 1808 wurde der Sitz des Landgerichts Wettenhausen nach Burgau verlegt. Das Landgericht Burgau gehörte zum Oberdonaukreis, die Landgerichte Günzburg und Ursberg zum Illerkreis. Ab 1817 gehörten alle drei Landgerichte zum Oberdonaukreis (ab 1838 Schwaben und Neuburg, später nur noch Schwaben). 1837 wurde der Sitz des Landgerichts Ursberg nach Krumbach verlegt und dieses entsprechend umbenannt. 1862 entstand aus den Landgerichtsbezirken Burgau und Günzburg das Bezirksamt Günzburg und aus dem Landgerichtsbezirk Krumbach das gleichnamige Bezirksamt. Letzteres wurde 1880 durch einige Gemeinden der Bezirksämter Illertissen und Mindelheim vergrößert. Bereits 1872 war Günzburg eine kreisunmittelbare Stadt geworden.

Die beiden Bezirksämter wurden 1939 in Landratsämter, die Bezirke in Landkreise umbenannt. 1940 wurde Günzburg wieder in den Landkreis Günzburg eingegliedert, doch wurde dies 1949 wieder revidiert.

Im Rahmen der Gebietsreform entstand am 1. Juli 1972 aus dem bisherigen Landkreis Günzburg und dem Landkreis Krumbach sowie der bislang kreisfreien Stadt Günzburg ein neuer Landkreis, der zunächst Günzkreis genannt wurde, am 1. Mai 1973 jedoch in Landkreis Günzburg umbenannt wurde. Die Stadt Günzburg erhielt für den Verlust ihrer Kreisfreiheit den Status einer Großen Kreisstadt. Abweichungen der heutigen Landkreisgrenzen zu den damaligen: Die am südlichen Rand des Landkreises Krumbach gelegenen Gemeinden Hasberg und Tiefenried kamen zum Landkreis Unterallgäu. Die heute zur Marktgemeinde Ziemetshausen gehörenden Orte Uttenhofen und Schönebach waren vor der Gebietsreform selbständige Gemeinden im Landkreis Augsburg. Die ehemalig selbständigen Gemeinden Ettlishofen (mit Hetschwang) und Silheim kamen erst im Jahr 1978 im Zuge der Gründung der Gemeinde Bibertal zum Landkreis Günzburg. Bis dahin gehörten die Orte zum benachbarten Landkreis Neu-Ulm.

Liste mit den Gemeinden des Landkreises Günzburg vor der Gebietsreform: → siehe letzter Abschnitt dieses Artikels (Städte und Gemeinden des Landkreises Günzburg vor der Gebietsreform im Jahr 1972); eine derartige Liste für den ehemaligen Landkreis Krumbach findet sich in dem Wikipedia-Artikel über diesen.

Das Wappen ist gespalten: vorne (links) in Rot ein halber silberner Adler am Spalt; hinten (rechts) fünfmal schräg links geteilt von Silber und Rot, überdeckt von einem goldenen Pfahl[2]; Die rechte Seite des Wappens erinnert an die Markgrafschaft Burgau. Der halbe Adler auf der linken Seite ist dem Wappen der Herrschaft Schwabegg

Im Kreis Günzburg eröffnete die Bayerische Staatsbahn schon 1853/54 die Hauptbahn Augsburg–Ulm über Burgau–Günzburg. In der Station Neuoffingen mündet seit 1876 die Donautalbahn von Donauwörth her ein. Von der Kreisstadt Günzburg führt im Tal der Günz nach Ichenhausen und weiter im Kammeltal nach Krumbach hinauf die Mittelschwabenbahn, die 1910 nach Mindelheim verlängert worden ist. Die Stadt Thannhausen an der Mindel erhielt 1894 durch eine – ebenfalls staatliche – Lokalbahn nach Dinkelscherben den Anschluss an die Hauptstrecke. Hier wurde der Personenverkehr 1966 eingestellt, Teile der Strecke sind inzwischen abgetragen.

Sehenswert sind neben dem Legoland bei Günzburg die vielen in der Epoche des Barock erbauten Kirchen und Klöster, die auch der Grund dafür sind, dass der Landkreis Günzburg und die angrenzenden Gebiete Schwäbischer Barockwinkel genannt wird. Die bekannteren Beispiele sind die Klöster Wettenhausen, Ursberg und Edelstetten, die Wallfahrtskirchen Allerheiligen und Maria Vesperbild, die Frauenkirche in Günzburg und die Stadtpfarrkirche St. Michael in Krumbach. Die Kirchen in den Dörfern sind oftmals aber nicht weniger beeindruckend als die genannten größeren Bauwerke.

Außerdem sehenswert im Landkreis sind die Altstadt von Günzburg, der Forstbotanische Park beim Schloss Seyfriedsberg, das Krumbad – das älteste Heilbad Schwabens – und die Museen im Landkreis (→ siehe Liste der Museen im Landkreis Günzburg).

Die Landschaft, in der sich Hügel und Täler, Wälder, Wiesen und Felder abwechseln, lädt zu ausgedehnten Radtouren und Wanderungen ein. Durch den Landkreis verlaufen auch einige überregionale und regionale Rad- und Wanderwege: Donauradweg, Via Julia, Mindeltal-Radweg, Günztalradweg, Kammeltal-Radweg, Zusamradweg, 7-Schwaben-Tour, Schwäbische Kartoffeltour, der Schwäbisch-Allgäuer Wanderweg und auch ein kurzer Abschnitt des Bayerisch-Schwäbischen Jakobusweges durch die Gemeinde Ziemetshausen.

Von den vielen als Badeseen gestalteten ehemaligen Baggerweiher dürften die Naherholungsgebiete Silbersee bei Burgau und Oberrieder Weiher bei Breitenthal die schönsten und größten sein.

Vor der Gebietsreform hatte der Landkreis Günzburg 66 Gemeinden. Bis zum Jahr 1927 hatte der damals noch Bezirksamt Günzburg genannte Landkreis noch eine Gemeinde weniger. Zu Beginn dieses Jahres kam Gundremmingen, das zuvor zum Bezirksamt Dillingen gehörte, zum Landkreis Günzburg


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